27 March 2026, 12:39

15. Inklusionsforum diskutiert Herausforderungen von Geflüchteten mit Behinderungen und die GEAS-Reform

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

15. Inklusionsforum diskutiert Herausforderungen von Geflüchteten mit Behinderungen und die GEAS-Reform

15. Inklusionsforum: Flucht. Migration. Behinderung

Diese Woche fand im Landratsamt Regensburg das 15. Inklusionsforum unter dem Titel Flucht. Migration. Behinderung statt. Rund 35 Fachkräfte aus Beratungsstellen, Jobcentern und der öffentlichen Verwaltung kamen zusammen, um sich mit den Herausforderungen von geflüchteten und migrierten Menschen mit Behinderungen auseinanderzusetzen. Die Themen reichten vom Zugang zum Arbeitsmarkt über Sprachförderung bis hin zur bevorstehenden EU-weiten GEAS-Reform.

Landrätin Tanja Schweiger eröffnete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung starker regionaler Netzwerke. Sie hob hervor, wie eine engere Zusammenarbeit die Unterstützung für besonders schutzbedürftige Gruppen in der Region verbessern könne.

Im Mittelpunkt des Forums standen praktische Lösungen für die gesellschaftliche Integration von Geflüchteten und Migrant:innen mit Behinderungen. Diskutiert wurden unter anderem Hürden bei der Arbeitsmarktintegration, die Rolle von Sprachmittlung sowie die Anpassung von Dienstleistungen, um Bedarfe besser zu decken.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der geplanten GEAS-Reform, die im Juni 2026 in Kraft treten soll. Die Änderungen zielen darauf ab, Asylverfahren in der EU zu vereinheitlichen, indem eine verpflichtende Registrierung und schnellere Bearbeitung an den Außengrenzen eingeführt werden. Nach den neuen Regeln müssen die Mitgliedstaaten besondere Bedarfe – etwa Behinderungen oder chronische Erkrankungen – innerhalb von 30 Tagen nach Antragstellung identifizieren. Diese Vorgabe ist in Artikel 25 der Aufnahmebedingungenrichtlinie (2024/1346) und Artikel 20 der Asylverfahrensverordnung (2024/1348) verankert.

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Bisher gibt es zwar keine dokumentierten Auswirkungen auf die Bearbeitung von Anträgen von Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Doch die Reform führt beschleunigte Grenzverfahren ein, die den Zugang zu Rechtsberatung und psychosozialer Unterstützung einschränken könnten – mit potenziellen Folgen für vulnerable Gruppen noch vor der vollständigen Umsetzung.

Das Forum bot Expert:innen eine Plattform, um Erkenntnisse auszutauschen und abgestimmte Maßnahmen zu planen. Angesichts der bevorstehenden GEAS-Reform müssen sich lokale Behörden und Unterstützungseinrichtungen auf Veränderungen bei der Bearbeitung von Asylanträgen vorbereiten. Die Diskussionen in Regensburg waren ein wichtiger Schritt, um Versorgungslücken für geflüchtete und migrierte Menschen mit Behinderungen zu schließen.

Quelle