600 Jahre Feldgeschworene: Wie ein bayerisches Geheimamt die Zeit überdauerte
Frauke Mans600 Jahre Feldgeschworene: Wie ein bayerisches Geheimamt die Zeit überdauerte
Eine jahrhundertealte bayerische Tradition erreichte im Mai 2026 einen historischen Meilenstein: Die Stadt Langenzenn feierte das 600-jährige Bestehen ihrer Feldgeschworenen – einer einzigartigen Gruppe von Ehrenamtlichen, die seit jeher für die Bewahrung von Grundstücksgrenzen sorgen. Ihre Aufgabe ist heute genauso bedeutend wie im Jahr 1426, als sie erstmals in Urkunden erwähnt wurden.
Die Feldgeschworenen, oft auch Siebener genannt, verkörpern das älteste kommunale Ehrenamt Bayerns. Rund 25.000 von ihnen sind in der gesamten Region im Einsatz, viele davon in Franken. Zu ihren Pflichten gehören das Kennzeichnen von Grenzsteinen und die Gewährleistung exakter Grundstücksabgrenzungen.
Ihre Arbeitsweise ist von Geheimnissen durchdrungen. Die Mitglieder nutzen verdeckte Symbole, das sogenannte Siebenergeheimnis, wenn sie Grenzmarkierungen anbringen. Einmal berufen, üben sie ihr Amt lebenslang aus – stets mit Unparteilichkeit, Redlichkeit und absoluter Verschwiegenheit.
Im Jahr 2006 erhielt die Tradition nationale Anerkennung, als sie in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. War das Amt einst Männern vorbehalten, so wirken heute auch Frauen als Feldgeschworene mit.
Am 23. Mai 2026 richtete Langenzenn ein großes Fest zum 600-jährigen Jubiläum aus. Dabei wurde ein neues Granitdenkmal enthüllt – ein Geschenk der ortsansässigen Steinmetze Kai und Oliver Vogel.
Die Feldgeschworenen bleiben eine zentrale Säule in bayerischen Gemeinden. Ihre Arbeit sichert nicht nur Grundstücksgrenzen, sondern bewahrt auch eine Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Das Jubiläum in Langenzenn unterstreicht ihre anhaltende Bedeutung für das lokale Kulturerbe.






