Angela Merkel warnt vor KI-Gefahren und fordert strengere Regulierung
Altbundeskanzlerin Angela Merkel kehrt mit dringender Technologie-Warnung in die Öffentlichkeit zurück
Bei einer kürzlichen Verleihungszeremonie erhielt Angela Merkel den Europäischen Verdienstorden aus den Händen von Ursula von der Leyen. In ihrer Rede betonte sie die wachsenden Risiken durch Künstliche Intelligenz (KI) und soziale Medien – und deren Bedrohung für die Demokratie.
Merkels Rückkehr in die öffentliche Debatte begann bereits 2021, als sie bei einer Veranstaltung zur Unterstützung ihres Zöglings Friedrich Merz auftrat. Seither hielt sie sich weitgehend aus dem Rampenlicht zurück – bis jetzt. Die Verleihung des Verdienstordens markiert ihr behutsames Wiederauftauchen in politischen Diskursen.
In ihrer Dankesrede unterstrich Merkel die Notwendigkeit, KI und soziale Netzwerke zu regulieren – selbst wenn erste Versuche unvollkommen seien. Die Demokratie stehe unter Beschuss durch unkontrollierte digitale Einflüsse, warnte sie. Ihre Worte fielen in eine Phase, in der die EU ihren bahnbrechenden AI Act finalisierte, das weltweit erste umfassende Regelwerk für den Umgang mit KI.
Deutschland hat zwischen 2013 und 2024 rund 13 Milliarden Euro in KI investiert und positioniert sich damit als potenzieller Vorreiter in diesem Bereich. Merkel argumentierte, die Technologie biete Deutschland die Chance, milliardenschwere Unternehmen hervorzubringen. Kritiker jedoch befürchten, dass der AI Act der EU Innovationen ersticken könnte – besonders für kleinere Firmen, die unter der Regulierungslast ächzen.
Ihre Äußerungen berührten auch alte Kontroversen. Manche Beobachter werfen ihr vor, ihre Migrationspolitik und innenpolitischen Entscheidungen hätten Deutschland und die EU geschwächt. Doch ihr jüngstes Engagement konzentriert sich auf zukünftige Herausforderungen, nicht auf vergangene Debatten.
Merkels Rückkehr in die öffentliche Diskussion deutet auf eine Neuausrichtung ihrer Rolle nach der Kanzlerschaft hin. Ihre Warnungen vor den Gefahren von KI und sozialen Medien verleihen den laufenden Debatten über digitale Regulierung zusätzliches Gewicht. Nun steht der AI Act der EU auf dem Prüfstand: Wird er die Demokratie schützen – oder den technologischen Fortschritt ausbremsen?






