01 April 2026, 00:28

Bayerisches Gericht stoppt Björn Höckes AfD-Auftritt in Seybothenreuth

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden und hält Schilder hoch, mit einer Fahne und einem Apfel auf der Straße und einer Frau, die rechts steht und besorgt aussieht.

Bayerisches Gericht stoppt Björn Höckes AfD-Auftritt in Seybothenreuth

Ein bayerisches Gericht hat ein Redeverbot gegen Björn Höcke, den umstrittenen Landesvorsitzenden der AfD in Thüringen, bestätigt. Die Entscheidung verhindert, dass er auf einer bevorstehenden AfD-Veranstaltung in Seybothenreuth sprechen darf. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Monat, dass ein bayrisches Gericht eine solche Maßnahme auf Grundlage einer neuen Rechtsklausel durchsetzt.

Das Verwaltungsgericht Bayreuth erließ das vorläufige Verbot am 13. Februar 2026 und begründete dies mit Höckes wiederholter Verwendung extremistischer Rhetorik. Als Belege führte das Gericht unter anderem seine Bezeichnung des Holocaust-Mahnmals als "Denkmal der Schande" im Jahr 2017 sowie seinen Ruf "Alles für Deutschland" aus dem Jahr 2021 an. Zudem verwies es auf seine häufige Nutzung nationalsozialistischer Sprachmuster, die es als konkrete Gefahr für die demokratische Ordnung Deutschlands einstufte.

Die Gemeinde Seybothenreuth hatte zunächst versucht, den Mietvertrag der AfD für den Veranstaltungsort zu kündigen, war daran jedoch durch den verfassungsrechtlichen Schutz der Versammlungsfreiheit gehindert worden. Stattdessen fügten die Verantwortlichen ein Redeverbot in den Vertrag ein – was die AfD juristisch anfocht. Das Gericht gab schließlich der Kommune recht und stützte sich dabei auf eine 2025 eingeführte Änderung der Bayerischen Gemeindeordnung. Diese neue Regelung ermöglicht es lokalen Behörden, Redner zu blockieren, die des Vorwurfs der NS-Gewaltverherrlichung oder des Antisemitismus verdächtigt werden.

Das Urteil folgt einer ähnlichen Entscheidung Anfang Februar, als ein Gericht in Lindenberg Höcke ebenfalls ein Redeverbot auferlegte. Unterdessen haben linke Aktivisten angekündigt, während des AfD-Parteitags in Seybothenreuth eine große Gegenkundgebung zu organisieren, an der Tausende teilnehmen sollen. Die AfD kündigte an, gegen beide Urteile vor dem Verwaltungsgericht München Berufung einzulegen und präsentiert den Konflikt als Kampf um die Meinungsfreiheit in Bayern.

Die gerichtliche Entscheidung stärkt die Anwendung bayrischer Rechts zur Eindämmung extremistischer Äußerungen bei öffentlichen Veranstaltungen. Höcke bleibt der Auftritt in Seybothenreuth verwehrt, während die AfD ihren juristischen Widerstand fortsetzt. In den kommenden Wochen sind weitere Gegenproteste und Berufungsverfahren zu erwarten.

AKTUALISIERUNG

Higher Court Overturns Ban, Allowing Höcke to Speak at AfD Event in Seybothenreuth

The Bavarian Administrative Court of Appeal (BayVGH) has overturned a lower court's ban on Björn Höcke's participation in the AfD's Seybothenreuth event on 14 February 2026. The decision states:

  • The municipalities' arguments against Höcke lacked sufficient evidence of imminent legal violations.
  • A parallel ruling in Lindenberg also permitted Höcke to speak at a separate AfD event.
  • Demonstrations against the AfD's activities are planned for both locations.