19 March 2026, 16:41

Bayerns Jagdreform erlaubt gezielte Wolfsjagd und lockert Rehwild-Regeln

Liniengraphik zur Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland von 2000 bis 2021 mit begleitendem Text.

Landtag gibt grünes Licht für erleichtertes Wolfsjagen in Bayern - Bayerns Jagdreform erlaubt gezielte Wolfsjagd und lockert Rehwild-Regeln

Bayern hat sein Jagdrecht grundlegend reformiert und damit weitreichende Änderungen im Umgang mit Wölfen und anderen Wildtieren eingeführt. Die Neuregelung erlaubt gezielte Bejagungen von Wölfen in Gebieten, in denen sie Nutztiere bedrohen, während gleichzeitig die Vorschriften für die Jagd auf Rehwild und invasive Arten gelockert werden. Kritiker warnen, die neuen Bestimmungen könnten Ökosysteme schädigen und Umweltgefahren verschärfen.

Der Landtag verabschiedete die Reform nach monatelangen Debatten, bei denen es innerhalb der Koalition scharfe Kontroversen gab. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geriet mit Agrarministerin Michaela Kaniber über die Details aneinander. Nach dem neuen Gesetz gelten Wölfe und Goldschakale nun als jagdbare Arten, was es den Behörden erleichtert, sie in Schadensgebieten zu bejagen.

Für Jäger beginnt die Rehjagd künftig früher: In einigen Regionen bereits Mitte April. Die Behörden begründen die Vorverlegung mit dem früheren Einsetzen der Frühlingsvegetation. Lokale Jäger und Grundbesitzer erhalten zudem mehr Mitspracherecht bei der Festlegung der Abschussquoten für Rehwild, auch wenn die Gesamtgrenzen weiterhin gelten.

Bayern ist nicht das einzige Bundesland, das die Wolfspolitik verschärft. Hessen passte im Oktober 2024 sein Jagdrecht an und nahm Wölfe in die Regelungen auf; umfassendere Reformen treten dort im April 2026 in Kraft. Brandenburg folgte im März 2026 und strich Mindestabschusszahlen für Rehwild, während es gleichzeitig strengere Kontrollen für Wölfe einführte.

Umweltschützer kritisieren die Änderungen scharf. Sie argumentieren, dass die nun weniger regulierte Beweidung durch Rehe das Risiko von Lawinen, Überschwemmungen und verschlechterter Wasserqualität erhöhen könnte. Die Reformen, so ihre Kritik, setzten landwirtschaftliche Interessen über den langfristigen ökologischen Ausgleich.

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Die neuen Gesetze geben Jägern und Grundbesitzern mehr Spielraum bei der Bewirtschaftung von Wildtierbeständen. Wölfe können in Problemgebieten leichter bejagt werden, und die Jagdzeiten für Rehwild beginnen früher. Die langfristigen Auswirkungen auf Ökosysteme und Biodiversität hängen davon ab, wie die Regelungen in der Praxis umgesetzt werden.

Quelle