Bosnische Familie Hastor sichert sich über 20 Prozent des Autozulieferers Grammer
Frauke MansBosnische Familie Hastor sichert sich über 20 Prozent des Autozulieferers Grammer
Die bosnische Familie Hastor hat sich einen beträchtlichen Anteil an Grammer gesichert, einem bayerischen Zulieferer für Autoinnenausstattungen und Sitze für Nutzfahrzeuge. Über zwei separate Investmentfirmen kontrollieren sie mittlerweile mehr als 20 Prozent des Unternehmens. Der Aktienkurs von Grammer ist in diesem Jahr stark gestiegen – seit Januar hat er sich um dreiviertel erhöht.
Nijaz Hastor, der über seine Firma Halog agiert, hält 10,2 Prozent der Grammer-Anteile. Seine Verwandten Damir und Kenan Hastor besitzen knapp über 10 Prozent über die Cascade International Investment. Zusammen übersteigen ihre Beteiligungen 20 Prozent, bleiben jedoch unter der 30-Prozent-Marke, ab der ein Pflichtangebot für eine Übernahme fällig würde.
Die Familie hat sich bisher nicht an die Unternehmensführung von Grammer gewandt. Das Unternehmen selbst gibt an, keine Informationen darüber zu haben, ob die Hastors vorhaben, weitere Anteile zu erwerben. Beide Investmentvehikel gelten mittlerweile als unabhängige Einheiten.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Name Hastor in deutschen Wirtschaftsnachrichten auftaucht. 2016 hatte ihr Zulieferunternehmen Prevent vorübergehend die Lieferungen an Volkswagen eingestellt, was zu Produktionsverzögerungen führte. Grammer, mit Sitz in Bayern, ist spezialisiert auf Innenraumkomponenten für Autos sowie Sitzsysteme für Lkw und Busse.
Der gemeinsame Anteil der Familie Hastor liegt bei mehr als einem Fünftel der Grammer-Aktien. Nach den aktuellen Regelungen ist kein Pflichtangebot erforderlich. Vorerst läuft das Unternehmen ohne direkte Einflussnahme der neuen Investoren weiter.






