CDU-Politikerin Connemann attackiert EU-Pläne zur Lohntransparenz als überflüssige Bürokratie
Frauke MansCDU-Politikerin Connemann attackiert EU-Pläne zur Lohntransparenz als überflüssige Bürokratie
CDU-Politikerin Gitta Connemann hat die geplante EU-Richtlinie zur Lohntransparenz scharf kritisiert. Sie bezeichnete die Maßnahme als „Musterbeispiel europäischer Überregulierung“, die Unternehmen mit unnötiger Bürokratie belaste. Die Vorschriften würden kaum etwas zur Verbesserung der Fairness beitragen, stattdessen aber den Arbeitsaufwand erhöhen.
Laut dem Entwurf müssten Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig Berichte zu Gehältern vorlegen. Selbst kleinere Betriebe, etwa eine Bäckerei mit nur acht Mitarbeitenden, stünden vor erheblichen Verwaltungsaufgaben. Dazu gehörten die Beantwortung individueller Anfragen zu Lohninformationen sowie die Sicherstellung der Vergleichbarkeit von Vergütungen.
Connemann warnte, die Richtlinie werde eine „Bürokratie-Flutwelle“ für Unternehmen auslösen. Sie beharrte darauf, dass diese mit neuen Transparenz-, Melde- und Dokumentationspflichten konfrontiert würden – ohne echten Mehrwert, aber mit noch mehr Papierkram.
Die Politikerin verwies zudem auf die bereits in Deutschland geltenden Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit vorschreiben. Unter Bezugnahme auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit forderte sie einen Kurswechsel: Statt weiterer Regulierung solle die Politik Wachstum und Wertschöpfung in den Vordergrund stellen.
Die Richtlinie bleibt umstritten. Kritiker argumentieren, sie belaste Unternehmen mit hohem Verwaltungsaufwand, ohne klare Vorteile zu bringen. Connemanns Äußerungen spiegeln die anhaltende Debatte wider, wie sich Fairness und betriebliche Effizienz in Einklang bringen lassen. Angesichts der bestehenden deutschen Regelungen zur Lohngerechtigkeit stellt sich zudem die Frage, ob zusätzliche EU-Vorgaben überhaupt notwendig sind.






