01 May 2026, 20:35

Chemie- und Pharmabranche in Deutschland kämpft ums Überleben

Eine Liniengrafik, die die Trends des US-Energieverbrauchs für Erdgas, Kohle, Kernenergie und Biomasse zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Chemie- und Pharmabranche in Deutschland kämpft ums Überleben

Deutschlands Chemie- und Pharmabranche steckt in der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Was einst eine tragende Säule der Wirtschaft war, kämpft heute mit explodierenden Kosten, Lieferengpässen und einer schwächelnden globalen Nachfrage. Experten warnen, dass strukturelle Schwächen – und nicht nur vorübergehende Rückschläge – viele Unternehmen an den Rand des Abgrunds treiben.

Die Branche, die mit einem Umsatz von 220,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahr die drittgrößte Industriesparte Deutschlands ist, beschäftigt 476.000 Menschen – das entspricht 8 Prozent der gesamten industriellen Belegschaft. Doch jahrelang hohe Energiekosten, strenge Regulierungen und verschobene globale Märkte haben die Stabilität des Sektors untergraben.

Der Konflikt im Nahen Osten verschärft die Lage zusätzlich. Die Störungen rund um die Straße von Hormus belasten die Lieferketten direkt und legen schonungslos die tiefen Verwundbarkeiten offen. Deutschlands Abhängigkeit von importierten Rohstoffen – besonders seit Russland als Lieferant weggebrochen ist und China Schlüsselmarkt dominiert – entwickelt sich zunehmend zum nationalen Sicherheitsrisiko.

Besonders hart trifft es die Pharmaindustrie: Heliummangel bremst die Produktion aus, denn das Gas ist für die Qualitätssicherung von Medikamenten unverzichtbar. Da Deutschland kaum eigene Förderkapazitäten besitzt, ist es vollständig auf Importe angewiesen. Steigende Preise und Materialknappheit zwingen Unternehmen, Produktions- und Investitionsentscheidungen zu verschieben. Viele verlagern ihre Mittel in stabilere Regionen – und schwächen so den Standort weiter.

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Anna Wolf vom ifo Zentrum für Innovationsökonomie schlägt Alarm: Zahlreiche Chemieunternehmen kämpften mittlerweile ums Überleben, nicht mehr nur um Profitabilität. Der Abschwung sei kein Ende eines Boom-Zyklus, sondern ein fundamentaler Wandel.

Doch von einer Entspannung ist die Branche weit entfernt. Hohe Kosten, instabile Lieferketten und geopolitische Spannungen pressen die Gewinne weiter zusammen. Ohne Gegenmaßnahmen drohen dem deutschen Chemie- und Pharmasektor langfristige Schäden – mit Folgen für Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Leistungskraft des Landes.

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