23 March 2026, 02:31

Chemieindustrie in Deutschland kämpft um Überleben in tiefer Krise

Liniengraph, der die reduzierten zukünftigen Ölimport-Erwartungen mit begleitendem Erläuterungstext zeigt.

Stimmung in der Chemie sinkt auf Rekordtief seit Sommer 2023 - Chemieindustrie in Deutschland kämpft um Überleben in tiefer Krise

Deutschlands Chemieindustrie steckt in einer sich verschärfenden Krise, wobei die Stimmung Ende 2023 neue Tiefstände erreichte. Der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts sank im Oktober auf minus 19,4 Punkte – getrieben von drastisch gesunkenen Erwartungen für die kommenden Monate. Die Unternehmen kämpfen mit schrumpfenden Aufträgen, fallenden Preisen und wachsendem Druck durch ausländische Konkurrenten.

Die Talfahrt hat sich im vergangenen Jahr zugespitzt: Die Wettbewerbsfähigkeit der Branche leidet unter hohen Energiekosten und einem starken Euro. Zwischen März 2025 und März 2026 gingen die Exportvolumina in wichtige Absatzmärkte wie die USA und China um 4,2 Prozent zurück. Gleichzeitig brachen die Preise um 2,8 Prozent ein, da der Konkurrenzdruck durch asiatische Hersteller zunahm, wie aus einem Bericht des Branchenverbands VCI vom Februar 2026 hervorgeht.

Die Auftragsbücher sind eingebrochen – der entsprechende Index stürzte auf minus 68,9 Punkte ab. Die Fabriken arbeiten deutlich unter ihrer Kapazität, mit einer Auslastung von nur 71 Prozent, rund zehn Punkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Viele Unternehmen kürzen nun Investitionen und streichen Stellen, um über die Runden zu kommen.

Die aktuelle Lage bleibt prekär: Die Bewertung der Geschäftslage liegt bei minus 25,3 Punkten, und auch die Zukunftserwartungen haben sich weiter eingetrübt – auf minus 13,3 Punkte. Ausländische Konkurrenten unterbieten weiterhin deutsche Hersteller, was die heimischen Unternehmen zu weiteren Preissenkungen zwingt.

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Von einer Entspannung der Krise ist die Chemieindustrie weit entfernt. Schwache Nachfrage, hohe Kosten und globaler Wettbewerb setzen die Branche weiter unter Druck. Bei deutlich gedrosselter Produktion und rückläufigen Exporten fahren die Unternehmen ihre Aktivitäten zurück und bauen Arbeitsplätze ab. Die Aussichten bleiben unsicher, da sich die Belastungen bis ins Jahr 2026 fortsetzen.

Quelle