CSU fordert radikale Apothekenreform für mehr Sicherheit und ländliche Versorgung
Gotthilf WellerCSU fordert radikale Apothekenreform für mehr Sicherheit und ländliche Versorgung
Die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag drängt auf weitreichende Änderungen, um die örtlichen Apotheken zu stärken. Die Führungsspitze kritisiert, dass die aktuellen Pläne der Bundesregierung die im Koalitionsvertrag gemachten Zusagen nicht erfüllen. Zu ihren Forderungen gehören strengere Vorschriften, höhere Finanzmittel und ein Verbot bestimmter Verkaufspraktiken.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Zukunft der Apotheken in ländlichen Regionen. Die CSU pocht darauf, diese durch bessere finanzielle Unterstützung und weniger Bürokratie zu schützen. Fraktionschef Klaus Holetschek fordert eine verbindliche Frist für die Reformen, um zügige Maßnahmen zu gewährleisten.
Die Gruppe verlangt zudem eine grundlegende Überarbeitung der bundesweiten Apothekenregelungen. Eine zentrale Forderung ist das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU, argumentiert, dass Online- und Präsenzapotheken denselben Regeln unterliegen sollten.
Ein weiteres Problem ist der Aufstieg von Apotheken ohne vor Ort anwesende approbierte Apotheker. Die CSU lehnt diesen Trend ab und betont die Notwendigkeit fachkundiger Beratung und Patientenversorgung. Carolina Trautner, Apothekerin und Mitglied im Gesundheitsausschuss, hebt die entscheidende Rolle der Apotheker bei der Kundenberatung und der sicheren Arzneimittelanwendung hervor.
Über die Regulierung hinaus fordert die Fraktion, dass Apotheken mehr bezahlte präventive Dienstleistungen anbieten. Durch den Abbau von Bürokratie solle Zeit für diese wichtigen Aufgaben frei werden.
Die Vorschläge der CSU zielen darauf ab, lokale Apotheken – insbesondere in unterversorgten Gebieten – zu stärken. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würden sie den Vertrieb von Rezepten und die Interaktion zwischen Apothekern und Patienten grundlegend verändern. Nun wartet die Fraktion auf eine Reaktion der Bundesgesundheitsbehörden.






