CSU nach Kommunalwahl-Debakel: Söder gerät unter internen Beschuss und rechtfertigt Niederlagen
Gotthilf WellerCSU nach Kommunalwahl-Debakel: Söder gerät unter internen Beschuss und rechtfertigt Niederlagen
Nach den schlechten Kommunalwahl-Ergebnissen am Sonntag steht die bayerische CSU vor interner Kritik. Parteichef Markus Söder veröffentlichte eine Videobotschaft, in der er sich zwar bei den Mitgliedern bedankte, die Niederlagen analysierte – und damit jedoch Unmut bei regionalen Politikern auslöste.
Zunächst hatte Söder die Verluste auf lokale Fehler zurückgeführt, insbesondere in Ostbayern, wo die CSU in fast allen Stichwahlen unterlag. Seine Aussagen bei einer Pressekonferenz stießen auf Frustration: Ein unterlegener Kandidat wies die Darstellung zurück, lokale Teams seien überfordert oder fehleranfällig gewesen.
Auch CSU-Generalsekretär Martin Huber geriet in die Kritik, nachdem er die Niederlagen auf regionale Faktoren zurückgeführt hatte. Josef Zellmeier, ein führender Haushaltspolitiker aus Straubing, forderte von Söder mehr Demut und mahnte, er solle stärker als prägende Figur für den Freistaat auftreten. Söder selbst warf unterdessen den Freien Wählern vor, in Schlüsselfragen wie in Cham und Waldkraiburg gezielt AfD-Anhänger umworben zu haben.
In seiner Videoansprache entschuldigte sich Söder zwar bei der Landtagsfraktion, blieb aber bei seiner Einschätzung zum Einfluss der Freien Wähler. Später präzisierte er, dass die Kandidatennominierung weiterhin lokal entschieden werde – und räumte ein, dass die Verluste auf Probleme auf kommunaler, Landes- und Bundesebene zurückgingen.
Die Schwächephase der Partei beschränkte sich nicht auf Ostbayern: Auch in München erlitt die CSU empfindliche Niederlagen. Söder hatte das Münchner Ergebnis zuvor als Ausnahme dargestellt und argumentiert, es spiegle eher eine Abkehr vom SPD-Amtsinhaber wider als einen Trend zu den Grünen.
Nach den Wahlrückschlägen wächst der interne Druck auf die CSU, ihren Kurs zu korrigieren. Söders Äußerungen haben die Gräben in der Partei offenbart – lokale Funktionäre fordern mehr Verantwortungsbereitschaft. Bisher gibt es jedoch keine Ankündigungen zu Änderungen bei der Kandidatennominierung oder der Parteiführung.






