24 March 2026, 01:16

Deggendorf: 53-Jährige steht wegen mutmaßlichen Giftmords vor Gericht

Schwarze und weiße französische Zeitungsanzeige für die 'Marie de Paris Liste Jury en Matiere Criminelle' aus dem Jahr 1871, die Text über die Jury enthält.

Deggendorf: 53-Jährige steht wegen mutmaßlichen Giftmords vor Gericht

53-Jährige aus Deggendorf muss sich wegen mutmaßlichen Giftmords vor Gericht verantworten

Nächsten Dienstag beginnt vor dem Landgericht Deggendorf der Prozess gegen eine 53-jährige Frau, die beschuldigt wird, ihren Lebensgefährten mit Thalliumsulfat vergiftet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft bestellte die Angeklagte den hochgiftigen Stoff im November 2024 bei einem ukrainischen Unternehmen über das Internet. Die Verhandlung ist auf sieben Tage angesetzt, wobei 48 Zeugen und fünf Sachverständige gehört werden sollen.

Das Opfer zeigte zunächst grippeähnliche Symptome, bevor sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte. Es wurde ins Krankenhaus eingeliefert, fiel jedoch ins Koma, als sich sein Zustand weiter zuspitzte. Die Ärzte diagnostizierten die Erkrankung zunächst falsch – erst nach dem Tod des Mannes an multiplem Organversagen im Januar 2025 kam die Vergiftung ans Licht.

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Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, ihrem Partner das Gift Anfang 2025 verabreicht zu haben. Als mögliches Motiv gilt eine Affäre des Opfers im Jahr 2024. Die Angeklagte, die die ukrainische Staatsbürgerschaft besitzt, hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht öffentlich geäußert.

Die Tochter des Opfers hat sich dem Verfahren als Nebenklägerin angeschlossen. Auch das ukrainische Unternehmen, über das das Thalliumsulfat bezogen worden sein soll, hat sich bislang nicht zu dem Fall geäußert und keine Stellungnahme zum Kauf oder zum laufenden Prozess abgegeben.

Im Mittelpunkt der sieben Tage dauernden Verhandlung am Landgericht Deggendorf stehen die Beweislage, darunter Zeugenaussagen und Gutachten, sowie die Rekonstruktion des Tatzeitraums – von der mutmaßlichen Vergiftung über den Online-Kauf des Giftes bis zu den letzten Tagen des Opfers im Krankenhaus. Bei einer Verurteilung droht der Frau eine Anklage wegen Mordes durch Vergiftung.

Quelle