22 March 2026, 10:34

Deutsche Industrie kämpft um globale Wettbewerbsfähigkeit – jeder dritte Betrieb im Abstieg

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Industrie sieht Wettbewerbsfähigkeit auf Rekordtief - Deutsche Industrie kämpft um globale Wettbewerbsfähigkeit – jeder dritte Betrieb im Abstieg

Deutsche Industrie verliert dramatisch an Wettbewerbsfähigkeit – jeder dritte Betrieb sieht sich im Abwärtsstrudel

Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise: Noch nie haben sich so viele Unternehmen im Vergleich zu Konkurrenten außerhalb der EU als schwächer eingeschätzt. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass strukturelle Schwächen den Standort Deutschland immer weiter zurückwerfen – mit gravierenden Folgen für die globale Position des Landes.

Als Gegenmaßnahme hat die Bundesregierung zwar Entlastungen bei den Energiekosten auf den Weg gebracht, doch steigende CO₂-Preise und verschärfte Heizvorschriften belasten die ohnehin schon hochkostengeplagten Betriebe zusätzlich.

Laut dem jüngsten Ifo-Institut-Report fühlten sich im Oktober 36,6 Prozent der deutschen Unternehmen weniger wettbewerbsfähig als noch im Juli – ein drastischer Anstieg gegenüber 24,7 Prozent nur drei Monate zuvor. "Ein Rekordtief", warnt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, und führt dies auf "tiefe strukturelle Defizite" zurück. Ohne grundlegende Reformen drohe Deutschland, im internationalen Wettbewerb weiter abgehängt zu werden.

Besonders hart trifft es energieintensive Branchen: Mehr als 50 Prozent der Chemieunternehmen und fast 40 Prozent der Maschinenbauer sehen sich im Rückstand. Selbst innerhalb Europas verlieren deutsche Betriebe an Boden – der Anteil der Unternehmen, die hier an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen, kletterte innerhalb von nur drei Monaten von 12 auf 21,5 Prozent.

Um die Last zu mildern, hat die Regierung ein Strompreispaket geschnürt, das die Kosten um mindestens 5 Cent pro Kilowattstunde senkt. Dazu gehören Steuersenkungen für Industrie und Landwirtschaft, Zuschüsse zu Netzentgelten sowie Sonderkonditionen für Großverbraucher. Ab März 2026 tritt zudem ein Brennstoffpreis-Anpassungsgesetz in Kraft, das vorübergehend den Mehrwertsteuersatz auf Gas, Heizung und Kraftstoffe auf 7 Prozent drückt und die Stromsteuer dauerhaft auf das EU-Mindestmaß reduziert.

Doch die Entlastungen werden durch gegenläufige Trends zunichtegemacht: Die CO₂-Preise steigen bis 2026 auf 55 bis 65 Euro pro Tonne – mit direkten Folgen für die Heizkosten. Heizöl könnte um 20 Cent pro Liter teurer werden, Erdgas um 1,4 Cent pro Kilowattstunde. Ab Juni 2026 müssen zudem neue Heizungsanlagen in Großstädten mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen, was zusätzliche Investitionen erfordert.

Die Zahlen zeichnen ein düsteres Bild: Hohe Energiekosten und bürokratische Hürden setzen die ohnehin geschwächte Industrie weiter unter Druck. Zwar sollen die staatlichen Hilfen die schlimmsten Auswirkungen abfedern, doch Experten sind sich einig: Ohne tiefgreifende Reformen wird sich die Schere zwischen Deutschland und seinen globalen Konkurrenten weiter öffnen – mit unabsehbaren Folgen für den Wirtschaftsstandort.

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