Deutschland setzt auf Windkraft in Schwachwindgebieten für die Energiewende
Arnd JunckenDeutschland setzt auf Windkraft in Schwachwindgebieten für die Energiewende
Deutschland treibt seine Pläne voran, bis 2050 den gesamten Strombedarf klimaneutral zu decken. Als Zwischenziel soll bis 2030 ein Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien erreicht werden. Um dies zu schaffen, setzt Umweltminister Carsten Schneider nun auf den Ausbau der Windkraft – selbst in den windschwächsten Regionen des Landes.
Aktuell hat Deutschland die höchsten Strompreise Europas, wobei Industrieunternehmen 2024 durchschnittlich 10,5 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Schneiders Strategie zielt darauf ab, die Kosten zu senken und gleichzeitig die Emissionen zu reduzieren, indem die lokale Windstromerzeugung gestärkt wird.
Sein Plan sieht vor, Windräder auch in Gebieten mit traditionell geringen Windgeschwindigkeiten zu errichten. Bayern etwa weist einen durchschnittlichen "Gütefaktor" von nur 55 Prozent für die Windbedingungen auf, und bereits 76 Prozent der dortigen Anlagen stehen in Schwachwindzonen. Durch den Kapazitätsausbau hier erhofft sich die Regierung eine geringere Abhängigkeit vom Stromtransport über weite Strecken.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird diesen Vorstoß unterstützen, indem es Regionen mit wenig Wind höhere Fördergelder gewährt. Schneider will zudem am "Referenzertragsmodell" festhalten, das Betreiber für geringere Erträge in windschwächeren Gebieten entschädigt. So bleibt der Betrieb von Windparks auch unter suboptimalen Bedingungen wirtschaftlich tragfähig.
Um den Ausbau zu beschleunigen, plant die Regierung bis 2030 zusätzliche Ausschreibungen für 12 Gigawatt Windkraftleistung. Bundesweit sollen rund 2.000 neue Anlagen entstehen, wobei die genaue Verteilung auf die fünf windschwächsten Bundesländer noch offen ist. Ziel ist eine gleichmäßigere Stromerzeugung, um Netzverluste zu verringern und die Stabilität des Stromnetzes zu erhöhen.
Schneider argumentiert, dass der Windkraftausbau in diesen Regionen hilft, die Klimaziele zu erreichen, ohne windstarke Gebiete zu überlasten. Gleichzeitig sollen die Kosten für Unternehmen sinken, da teure Stromimporte und langfristige Infrastrukturprojekte reduziert werden.
Die neue Windkraftinitiative sieht bis 2030 zusätzliche 12 Gigawatt vor, gestützt durch Subventionen und finanzielle Anpassungen für Schwachwindgebiete. Gelingt der Plan, könnte Deutschland seine Abhängigkeit von Stromimporten verringern und die Energiekosten für die Industrie senken. Nun liegt der Fokus auf der Umsetzung – mit Bayern und anderen windschwachen Bundesländern in einer Schlüsselrolle für die Energiewende.






