17 March 2026, 00:35

Deutschlands Entwicklungshilfe droht zu schwinden – Politiker schlagen Alarm

Ein Diagramm, das die Konfliktmilderungsfinanzierung in Sudan zeigt, mit begleitendem Text, der weitere Details liefert.

Ungewöhnliche Allianz fordert mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit - Deutschlands Entwicklungshilfe droht zu schwinden – Politiker schlagen Alarm

Ein neues Strategiepapier warnt, dass die schrumpfenden Mittel Deutschlands für Entwicklungshilfe seinen globalen Einfluss in den Bundesländern Deutschlands schwächen könnten. Ehemalige und amtierende Politiker aus verschiedenen Parteien fordern nun eine Aufstockung der Gelder. Sie argumentieren, dass Kürzungen das Risiko bergen, Einfluss an andere Nationen in einer zunehmend instabilen Welt abzugeben.

Das von Bundesministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) unterstützte Papier betont die Notwendigkeit, Entwicklungspolitik, Diplomatie und Verteidigung enger zu verknüpfen. Es heißt darin, dass die Verhinderung von Krisen durch stabile Institutionen und Partnerschaften der Schlüssel zu langfristiger Sicherheit sei. Alabali-Radovan plädiert für einen strategischeren Ansatz in der Außenpolitik.

Der ehemalige Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) äußerte sich besorgt über die jüngsten Haushaltskürzungen. Er prognostiziert weitere Einschnitte ab 2026, falls nicht gegengesteuert werde. Müller warnt, dass Deutschlands "weiche Macht" in der Entwicklungshilfe ein Wettbewerbsvorteil sei, den man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen dürfe.

An dem Papier wirkten neben Müller auch die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und der Ökonom Moritz Schularick mit. Auch CDU-Chef Friedrich Merz sprach sich für eine Erhöhung der Entwicklungshilfegelder aus. Derzeit liegt Deutschlands Entwicklungshilfe bei etwa 0,76 bis 0,80 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE). Zwar gehört die Bundesrepublik damit zu den größten Gebern, bleibt aber unter dem UN-Ziel von 0,7 Prozent. Länder wie Dänemark, Luxemburg und Schweden investieren über 1,0 Prozent ihres BNE.

Der Appell für höhere Ausgaben kommt zu einer Zeit, in der Deutschland unter Druck steht, seine Rolle in der globalen Entwicklung zu behaupten. Ohne zusätzliche Investitionen drohe dem Land der Verlust an Einfluss in entscheidenden Regionen, warnt das Papier. Politiker von Union und SPD fordern die Regierung nun auf, die Entwicklung umzukehren, bevor weitere Kürzungen greifen.

AKTUALISIERUNG

Deutschland verschärft seine Entwicklungsstrategie

Bundesministerin Alabali-Radovan hat einen neuen Reformplan zur Umgestaltung der deutschen Entwicklungsrichtlinie vorgestellt. Wichtige Änderungen sind:

  • Umstellung der Unterstützung für aufstrebende Volkswirtschaften (z.B. Indien, Südafrika) auf rückzahlbare Kredite über die KfW-Bank.
  • Fokus auf 27 am wenigsten entwickelte Länder, hauptsächlich in Afrika, um Hunger und Armut zu bekämpfen.
  • Priorisierung von vier Zielen: Armutsbekämpfung, Sicherheit, wirtschaftliche Zusammenarbeit und strategische Allianzen.