Eklat im EU-Parlament: Asylstreit spaltet Parteien und droht mit Klagen vor Gericht
Gotthilf WellerEklat im EU-Parlament: Asylstreit spaltet Parteien und droht mit Klagen vor Gericht
Im Europäischen Parlament ist nach der Blockade der Abschiebepolitik für abgelehnte Asylbewerber im Rechtsausschuss am 15. März 2026 ein politischer Eklat entbrannt. Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der EVP, bezeichnete den Schritt als "Skandal" und warf linken sowie grünen Abgeordneten vor, gezielt zu blockieren. Seither haben sich die Spannungen verschärft – mit Drohungen von Klagen und Warnungen vor tieferen politischen Gräben.
Die gestoppten Maßnahmen waren Teil eines Migrationspakets, das von der deutschen Ampelkoalition unterstützt wurde. Doch der Widerstand der linken Opposition im EU-Parlament durchkreuzte die Pläne, woraufhin Weber seine EVP-Fraktion für eine erneute Abstimmung im Plenum mobilisierte. Zudem deutete er an, die blockierenden Abgeordneten vor den Europäischen Gerichtshof zu bringen.
Die SPD kündigte an, "alle Möglichkeiten auszuschöpfen", um eine Resolution zu Migration zu verzögern oder abzuschwächen – was Befürchtungen schürt, dass die mühsam ausgehandelte Einigung scheitern könnte. CDU-Chef Friedrich Merz kritisierte Webers Vorgehen öffentlich scharf, forderte ein "sofortiges Ende" dieser Taktik und warnte vor Konsequenzen. Sein Ausbruch folgt Berichten zufolge auf Absprachen zwischen EVP-Abgeordneten und rechtspopulistischen Fraktionen – ein Schritt, der deutsche Politiker verärgert hat.
Unterdessen erklärte der schwedische Europaabgeordnete der Schwedendemokraten, Charlie Weimers, "Europa kann nicht länger von Berlins Brandmauer-Logik in Geiselhaft genommen werden". Seine Äußerungen spiegeln wachsende Frustration mit der deutschen Haltung wider – besonders vor dem Hintergrund der kommunalen Wahlerfolge der AfD in Bayern und Hessen, wo sich deren Unterstützung verdoppelt hat. Die Partei regiert nun in mehr Gemeinden und durchbricht damit die traditionelle Sperre gegen Zusammenarbeit mit der extremen Rechten.
Die Krise offenbart die enge Abstimmung zwischen CDU und CSU, wobei Merz sich trotz früherer Reformversprechen nun mit dem rot-grünen Establishment verbündet. Beobachter weisen darauf hin, dass die Blockade im EU-Parlament Spekulationen anheizt, was auf Landes- und Bundesebene möglich wäre, falls sich der politische Wille weiter verschiebt.
Der Stillstand lässt die EU-Migrationspolitik in der Schwebe – mit drohenden Klagen und Verfahren. Sollten sich die lokalen Erfolge der AfD in breiteren Einfluss umsetzen, könnte die deutsche Politik weitere Umbrüche erleben. Vorerst unterstreicht der Streit die tiefen Gräben bei den Asylregeln – und die Schwierigkeiten, sie durchzusetzen.






