Europa und die USA streiten über Technologie-Souveränität – wer setzt die Regeln?
Frauke MansEuropa und die USA streiten über Technologie-Souveränität – wer setzt die Regeln?
Europa und die USA arbeiten beide daran, ihre Abhängigkeit von chinesischer Technologie in kritischen Lieferketten zu verringern. Neue rechtliche Maßnahmen sollen deren Einsatz einschränken. Doch ihre Ansätze unterscheiden sich, wenn es um US-Technologiekonzerne geht.
Die Europäische Union setzt nun eine umfassendere Strategie um, um die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu reduzieren – darunter auch große US-Cloud-Dienste sowie Unternehmen wie Starlink und SpaceX. Beamte betonen, es gehe nicht darum, Verbindungen zu vertrauenswürdigen Partnern abubrechen, sondern Regeln zu vermeiden, die außerhalb Europas festgelegt werden.
Die Europäische Kommission plant, heimische Technologien mit einem "Technologischen Souveränitätspaket" im Frühjahr zu stärken. Schwerpunkte liegen auf künstlicher Intelligenz, Quantencomputing und Halbleitern. Die Finanzierung läuft bereits im Rahmen des Cybersecurity-Vorschlags von Januar 2024 an – so soll etwa die Pilotfertigung CHAMP-ION für Ionenfallen-Chips 2026 starten. Allein Österreich erhält über 30 Millionen Euro für Produktion und Ausbildung.
Auch auf nationaler Ebene gibt es Initiativen. Deutschlands Programme "Quantum Austria" und "KI Österreich" haben seit 2023 rund 260 Millionen Euro in Quanten- und KI-Forschung investiert. Regionale Projekte, gefördert durch EFRE-Mittel von 2024 bis 2027, sollen Kapazitäten in Spintronik, KI und Digitalisierung ausbauen. Nordrhein-Westfalen entwickelt zudem Drohnentechnologie mit geplantem Start im Januar 2026.
Unterdessen testet das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) souveräne Cloud-Dienste großer Anbieter wie AWS und Google. Die Ergebnisse werden die nationale Cloud-Strategie des Landes prägen.
US-Vertreter reagierten mit dem Appell, sich stärker auf chinesische Technologie statt auf amerikanische Unternehmen zu konzentrieren. Sean Cairncross, der nationale Cyberdirektor der USA, argumentierte, chinesische Technologie berge größere Risiken durch Überwachung und Spionage. Er wirbt für einen "sauberen Technologie-Stack", der vor allem auf US-Lösungen setzt. Gleichzeitig betonen amerikanische Beamte trotz ihrer "America First"-Haltung die Notwendigkeit einer transatlantischen Zusammenarbeit im Cyberraum.
Kritiker warnen jedoch, dass Europas Streben nach technologischer Souveränität nach hinten losgehen könnte. Werden minderwertige Produkte allein wegen ihres europäischen Ursprungs bevorzugt, könnten sich Sicherheitsrisiken sogar erhöhen statt verringern.
Die EU setzt ihre Strategie mit konkreten Fördermitteln und Projekten um. Milliarden fließen in Quantenforschung, Halbleiterproduktion und KI-Entwicklung. Die USA hingegen drängen weiter auf eine gemeinsame Front gegen die chinesische Technologiedominanz.
Beide Seiten sind sich über die Risiken chinesischer Technologie einig. Doch ihre Uneinigkeit über US-Unternehmen könnte künftige Cybersecurity-Politik prägen – und das Gleichgewicht zwischen Souveränität und Sicherheit.
EU-US tech clash intensifies as Trump threatens tariffs, Musk attacks regulations
Tensions between the EU and US have escalated since February 2026. The Trump administration has openly threatened retaliatory tariffs and sanctions against EU digital rules. In early 2026, travel restrictions were imposed on former EU tech commissioner Thierry Breton. High-profile US tech CEOs, including Elon Musk, have openly criticized EU regulations. Meanwhile, the EU's Digital Omnibus package aims to relax privacy standards to boost competitiveness, drawing accusations of yielding to US Big Tech influence.






