Fürths Gastgewerbe wächst leicht – doch Personalmangel bremst die Branche aus
Gotthilf WellerFürths Gastgewerbe wächst leicht – doch Personalmangel bremst die Branche aus
Fürths Gastgewerbe verzeichnet leichten Anstieg bei Übernachtungen
In der ersten Jahreshälfte 2025 gab es im Fürther Gastgewerbe einen leichten Anstieg der Übernachtungszahlen. Die Stadt zählte 149.800 Gästeankünfte – ein bescheidenes Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit bleibt das Wachstum jedoch hinter dem bayerischen Durchschnitt von 0,8 Prozent zurück.
Der Zuwachs folgt auf ein starkes Jahr 2024, in dem die Region einen Rekord bei Übernachtungen verzeichnete. Trotz des positiven Trends kämpfen viele Betriebe in Fürth weiterhin mit Personalmangel. Dadurch kommen reduzierte Öffnungszeiten und sinkende Umsätze immer häufiger vor.
Strukturelle Probleme belasten die Branche
Die Branche hat weiterhin mit Lohnfragen und Personalengpässen zu kämpfen. Viele Vollzeitkräfte verließen während der Pandemie das Gastgewerbe, sodass Betriebe nun vermehrt auf Zeitarbeitskräfte setzen. Laut der Gewerkschaft NGG (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten) führt dies zu einem Rückgang qualifizierter Fachkräfte im Service und in der Küche.
Auch bei den Löhnen gibt es weiterhin große Unterschiede: Während der tarifliche Einstiegslohn für ausgebildetes Personal in Bayern bei 17,85 Euro pro Stunde liegt, erhalten viele Beschäftigte nur den gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro. Die NGG kritisiert die "Sondermitgliedschaft" des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), die es Betrieben ermöglicht, Tarifverträge zu umgehen.
Kritiker bemängeln, dass solche Praktiken die Gewinnung und Bindung von Fachkräften erschweren. Die Abhängigkeit von Zeitarbeit und niedrigen Löhnen belastet die Erholung der Branche weiterhin.
Langsame Erholung, aber ungelöste Herausforderungen
Die Tourismuszahlen Fürths zeigen zwar stetige, aber langsame Fortschritte und knüpfen an die Rekordwerte des Vorjahres an. Doch das Wachstumspotenzial der Branche bleibt durch Personalmangel und Lohnkonflikte begrenzt. Ohne Veränderungen könnten viele Betriebe auch in den kommenden Monaten mit kürzeren Öffnungszeiten und finanziellen Belastungen konfrontiert bleiben.






