Glasfaserausbau in Deutschland scheitert an Vermietern und hohen Kosten
Raissa LangernGlasfaserausbau in Deutschland scheitert an Vermietern und hohen Kosten
Glasfaserausbau in Deutschland stockt trotz Fortschritten
Der Ausbau schnellerer Glasfasernetze in Deutschland steht trotz jüngster Erfolge vor großen Hindernissen. Eine aktuelle Studie zeigt die Schwächen älterer Kabelnetze auf, während Branchenvertreter mehr politische Unterstützung fordern. Patrick Helmes, Geschäftsführer der Bochumer Glasfaser Ruhr, übernimmt als neu gewählter Präsident für 2025 die Führung des Bundesverbandes Glasfasernetze (Buglas).
Die von Buglas und Professor Böcker vorgestellte Untersuchung belegt, dass Kabelnetze weniger zuverlässig, weniger nachhaltig und in der Wartung teurer sind als Glasfaserlösungen. Dennoch haben viele Haushalte noch keinen Zugang, weil Vermieter die Verlegung von Glasfaser in ihren Gebäuden blockieren. Selbst dort, wo der Ausbau voranschreitet, konzentrieren sich die Anbieter zwar auf FTTB (Fiber to the Building), scheitern aber oft daran, die einzelnen Wohnungen anzuschließen.
Ein weiteres zentrales Problem sind die hohen Kosten. Die teuren Glasfaseranschlüsse treiben Kunden in günstigere Kabeltarife – und bremsen so die Verbreitung. Die Werbekampagnen der Regierung für Glasfaser zeigen bisher nur begrenzte Wirkung. Experten betonen, dass es stärkeres politisches Engagement braucht, um wirklich etwas zu bewegen.
Die Branche kämpft zudem mit der zögerlichen Abschaltung der Kupfernetze. Buglas drängt das Ministerium, eng mit der Telekom und Vodafone an diesem Übergang zu arbeiten. Seit September 2024 hat die Mitgliedschaft der Deutschen Telekom im Verband die Struktur von Buglas verändert – einige Unternehmen sind ausgetreten, andere neu beigetreten.
Trotz der Herausforderungen gibt es Lichtblicke: In Berlin stieg die Glasfaserabdeckung 2025 auf 53,4 Prozent – ein Plus von 12,6 Prozent. Möglich wurde dies durch schnellere Genehmigungsverfahren und 10,45 Millionen Euro Bundesförderung für Frankfurt. Auch private Initiativen wie Deutsche GigaNetz in Limburg treiben den Ausbau voran.
Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, muss die Glasfaserbranche anhaltende Hürden überwinden – von der Blockadehaltung der Vermieter bis zu den hohen Kosten. Zwar machen Städte wie Berlin und Frankfurt Fortschritte, doch bundesweit hinkt der Ausbau hinterher, besonders beim Anschluss einzelner Haushalte. Entscheidend für die Zukunft wird eine engere Zusammenarbeit zwischen Anbietern, Politik und Immobilienbesitzern sein.






