Katzenkrise im Ostallgäu: Über 80 Welpen kämpfen um ein Zuhause
Landkreis Ostallgäu kämpft mit Rekordzahl an herrenlosen Katzen
Im bayerischen Landkreis Ostallgäu spitzt sich die Lage bei streunenden Katzen dramatisch zu. Lokale Tierschutzvereine melden die schwerste Krise, die sie je erlebt haben – aktuell befinden sich über 80 Katzenwelpen in ihrer Obhut. Steigende Kosten und fehlende gesetzliche Vorgaben verschärfen die Situation zusätzlich.
Allein in diesem Jahr hat der Tierschutzverein Marktoberdorf mehr Katzenjungtiere aufgenommen als je zuvor. Über 130 Tiere wurden von der Organisation bereits kastriert, doch die Zahlen steigen weiter. Eine einzige unkastrierte Katze kann innerhalb eines Jahres bis zu 50 Nachkommen zeugen, während ein unkastrierter Kater ein Revier von bis zu 60 Hektar durchstreifen und das Problem so weiter verbreiten kann.
Die Tierarztkosten und der Personalbedarf treiben die Ausgaben des Vereins in die Höhe. Da im Landkreis Ostallgäu keine Kastrierungspflicht besteht, ist die Organisation zunehmend auf öffentliche Spenden angewiesen, um die Versorgung der Tiere zu finanzieren.
Unterdessen fordert das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz strengere Regelungen. Anders als in einigen anderen Regionen müssen freilaufende Katzen im Ostallgäu weder kastriert noch gekennzeichnet werden – eine Lücke, die lokale Tierheime an ihre Grenzen bringt.
Die Krise setzt sowohl den Verein als auch die kommunalen Behörden unter Druck. Ohne schärfere Vorschriften dürfte die Zahl der Streuner weiter steigen. Bis dahin bleibt der Tierschutzverein Marktoberdorf auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen, um die wachsende Arbeitslast zu bewältigen.






