KI und Wärmebildkameras sollen Brände in E-Auto-Batterien verhindern
Die Elektroauto-Branche steht vor einer entscheidenden Sicherheitsherausforderung: Brände in Lithium-Ionen-Batterien bleiben ein zentrales Risiko. Um diesem Problem zu begegnen, hat Raytron, ein führender Anbieter von Infrarot-Wärmebildtechnik, eine KI-gestützte Lösung vorgestellt, die frühe Anzeichen für ein thermisches Durchgehen erkennt – noch bevor es zu Bränden kommt.
Die neue Technologie kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, nachdem jüngste Batteriebrände in Elektrofahrzeugen und Lagerstätten weltweit den Bedarf an verbesserten Überwachungssystemen unterstrichen haben.
Raytrons System nutzt KI-basierte Wärmebildkameras, um Temperaturveränderungen in Echtzeit zu erfassen. Durch die Analyse von Wärmeverläufen und Temperaturanstiegsraten liefert es präzise Vorwarnungen, die über die Fähigkeiten herkömmlicher Batteriemanagementsysteme (BMS) hinausgehen. So können Gegenmaßnahmen ergriffen werden, bevor sich eine lokale Überhitzung zu einem Vollbrand entwickelt.
In der Produktion setzt das Unternehmen die thermografische Würfelkamera TN220 ein, um Zellen auf Defekte wie Mikro-Kurzschlüsse oder fehlerhafte Schweißnähte zu prüfen – erkennbar an unregelmäßigen Wärmeentwicklungen während des schnellen Ladens oder Entladens. Risikobehaftete Zellen werden so bereits vor dem Eintritt in die Lieferkette aussortiert.
Für Fahrzeuge im Einsatz helfen tragbare Wärmebildkameras Wartungsteams dabei, überhitzte Zellen oder lockere Verbindungen während der Inspektion zu identifizieren. In der Logistik überwachen rund um die Uhr arbeitende Thermalscanner Lagerhallen auf spontane Wärmeherde und beugen so kostspieligen Bränden vor. In der Forschung und Entwicklung wiederum testen Infrarotkameras Batterie-Thermomanagementsysteme (BTMS), indem sie die Wärmeausbreitung unter Belastung kartografieren – für sicherere Konstruktionen.
Die Technologie findet bereits Verbreitung: Bis März 2026 hat Raytron mehrere Partnerschaften geschlossen. Der chinesische Autohersteller NIO führte die Lösung 2024 ein, und ein namhafter europäischer Fahrzeughersteller wird sie Anfang 2026 einsetzen.
Raytrons KI-gestützte Wärmebildanalyse bietet eine berührungslose Methode, um frühe Warnsignale für Batterieausfälle zu erkennen. Das System kommt bereits in Produktion, Wartung, Logistik und Forschung zum Einsatz – mit dem Ziel, das Brandrisiko in Elektrofahrzeugen zu verringern.
Mit zwei großen Automobilherstellern als Partnern könnte die Lösung eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien zu erhöhen – besonders vor dem Hintergrund des weiter wachsenden globalen Marktes für Elektrofahrzeuge.






