08 May 2026, 14:37

Krisenzuschuss scheitert am Widerstand der Bundesländer – was jetzt?

Alte deutsche 100-Pfennig-Banknote mit Porträt eines Mannes auf schwarzem Hintergrund.

Krisenzuschuss scheitert am Widerstand der Bundesländer – was jetzt?

Ein geplanter Krisenzuschuss in Deutschland stößt auf starken Widerstand der meisten Bundesländer. Die von der linksgerichteten Koalitionsregierung eingebrachte Maßnahme sollte Bürgern helfen, die unter den finanziellen Belastungen durch den Krieg im Iran leiden. Kritiker argumentieren jedoch, dass viele Menschen ohne Unterstützung blieben, während der Staat Milliarden an Steuereinnahmen verlieren würde.

Der Krisenzuschuss sah vor, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten bis Juni 2027 eine steuerfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro zahlen können. Die Bundesregierung hatte die Länder bei der Planung jedoch zunächst nicht einbezogen – obwohl diese einen Großteil der Kosten tragen müssten.

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) warnte, das Vorhaben könnte zu Mindereinnahmen von 2,8 Milliarden Euro führen. Zwei Drittel dieser Last träfen die Länder, während die Kommunen mit Ausfällen von 700 Millionen Euro rechnen müssten. Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD), bezeichnete den Zuschuss als ungerecht, da nur eine begrenzte Zahl von Arbeitnehmern davon profitieren würde.

Winfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, warf der Bundesregierung vor, Gesetze ohne ausreichende Finanzierung zu beschließen. Zudem kritisierte er Verzögerungen bei der Bearbeitung von Gesetzesinitiativen des Bundesrates. Schwesig hingegen forderte die Regierung auf, sich stattdessen auf Steuerreformen zu konzentrieren, die gezielt Gering- und Mittelverdiener entlasten würden.

Da die meisten Länder den Plan ablehnen, könnte die Bundesregierung nun den Vermittlungsausschuss einschalten, um einen Kompromiss zu finden.

Der Krisenzuschuss bleibt nach der breiten Ablehnung durch die Länder unsicher. Sollte er scheitern, müsste die Regierung neu überlegen, wie sie die finanzielle Belastung der Bürger lindern kann. Der Streit zeigt zudem die anhaltenden Spannungen bei der Frage der Finanzierungsverantwortung zwischen Bund und Ländern auf.

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