07 June 2026, 08:32

Lissabons CSD-Demo 2024: 50.000 kämpfen gegen drohende LSBTIQ+-Rückschritte

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

Lissabons CSD-Demo 2024: 50.000 kämpfen gegen drohende LSBTIQ+-Rückschritte

Lissabons 27. CSD-Demo startete mit klarem Signal gegen Rückschritte

Am Samstagnachmittag um 17:00 Uhr setzte sich der 27. Christopher Street Day (CSD) Lissabon vom Marquês-de-Pombal-Platz in Bewegung. Tausende versammelten sich unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“, um gegen das zu protestieren, was die Veranstalter als wachsende Bedrohung für die Rechte von LSBTIQ -Personen bezeichnen. Die Demonstration stieß auf breite Unterstützung – vor allem vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen, die bei vielen Besorgnis auslösen.

Rund 50.000 Teilnehmer:innen folgten dem Aufruf, ähnlich viele wie in den Vorjahren, doch für 2025 wird mit noch größeren Menschenmengen gerechnet. Siebzehn Vereine und Initiativen – darunter queer-feministische, antirassistische und LSBTIQ -Gruppierungen – hatten sich für den Protest zusammengeschlossen.

Die Organisator:innen warnten, das aktuelle politische Klima gefährde die Rechte von LSBTIQ -Menschen und drohe, jahrzehntelange Fortschritte zunichtezumachen. Helder Bértolo, einer der Koordinatoren der Demo, betonte, viele Teilnehmende empfänden ihre Rechte als direkt angegriffen – was die hohe Mobilisierung erkläre.

Anlass der Demonstration waren unter anderem Bestrebungen, das „Gesetz 38/2018“ abzuschaffen, das das Recht auf selbstbestimmte Geschlechtsidentität und -expression schützt. Die Politikerin Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) äußerte sich enttäuscht, dass ein solcher Protest überhaupt nötig sei, und verwies auf eine konservative Regierungsagenda, die hart erkämpfte Rechte zurücknehme.

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Paulo Muacho, Abgeordneter der Partei Livre, unterstrich die Bedeutung von Sichtbarkeit bei Pride-Veranstaltungen. Er nannte den zunehmenden Druck von rechtsradikalen Kräften, die gezielt LSBTIQ -Rechte angreifen, als zentralen Grund für die starke Beteiligung.

Der CSD 2024 spiegelte die tiefgreifende Sorge über politische Angriffe auf queere Gemeinschaften in Portugal wider. Mit Rekordbeteiligung und breiter Unterstützung durch Aktivist:innengruppen festigte die Demonstration den Widerstand gegen legislative Rückschritte. Die Organisator:innen kündigten bereits an, im nächsten Jahr mit einer noch größeren Kundgebung zurückzukehren.

Quelle