MG Roewe führt: Wie chinesische Autos langsam in Deutschland ankommen
Arnd JunckenMG Roewe führt: Wie chinesische Autos langsam in Deutschland ankommen
Chinesische Automarken sind auf deutschen Straßen nach wie vor eine Seltenheit – trotz des jüngsten Wachstums. Stand Januar 2025 waren hierzulande lediglich 70.046 chinesische Personenkraftwagen zugelassen – ein Anteil von nur 0,1 bis 0,2 Prozent am Gesamtmarkt. Doch eine Marke sticht in diesem schwierigen Umfeld hervor: MG Roewe.
Jahre lang taten sich chinesische Automobilhersteller schwer, in Deutschland Fuß zu fassen. Schlechte Crashtest-Ergebnisse in Europa schadeten ihrem Ruf, und viele Käufer blieben skeptisch. Doch in letzter Zeit hat sich die Qualität spürbar verbessert, was allmählich die Wahrnehmung ändert.
Ein großes Hindernis bleibt jedoch: das Fehlen eines flächendeckenden Vertriebs- und Servicenetzes. Ohne einfachen Zugang zu Händlern und Werkstätten zögern deutsche Verbraucher, sich für chinesische Marken zu entscheiden. Ein weiteres Problem ist die Fehleinschätzung der lokalen Vorlieben – viele Hersteller zielen auf den Premiummarkt ab, in dem deutsche Käufer traditionell auf etablierte Namen setzen.
MG Roewe geht einen anderen Weg. Mit günstigeren Modellen hat sich die Marke zum meistzugelassenen chinesischen Auto in Deutschland entwickelt – 49.557 Fahrzeuge sind derzeit auf den Straßen unterwegs. Der Erfolg zeigt: Wettbewerbsfähige Preise können in einem von europäischen Großkonzernen dominierten Markt Türen öffnen.
Chinesische Autos machen nach wie vor nur einen winzigen Teil der deutschen Automobillandschaft aus. Doch mit besserer Qualität und klugerer Preispolitik erobern Marken wie MG Roewe langsam, aber sicher eine Nische. Die nächste Herausforderung wird sein, das Servicenetz auszubauen und die Käufer davon zu überzeugen, dass chinesische Fahrzeuge auch langfristig mithalten können.






