Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Barrieren beim BR24
Frauke MansMirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Barrieren beim BR24
Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Als erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl ist sie seit Februar 2022 beim Bayerischen Rundfunk (BR24) im Einsatz und setzt damit neue Maßstäbe für Medienrepräsentation. Ihre Karriere umfasst mehr als 25 Jahre, in denen sie als Reporterin, Radiomoderatorin und Fürsprecherin für mehr Vielfalt im Rundfunk wirkte.
Ihren Berufsweg begann Kottmann 1997 beim Bayerischen Rundfunk, wo sie für die Rundschau arbeitete – den Vorgänger von BR24. Im Laufe der Jahre berichtete sie als Korrespondentin für die ARD-Auslandsstudios in Rom und Wien und lieferte Magazinbeiträge sowie TV-Reportagen. Seit zwölf Jahren ist sie aufgrund von Multipler Sklerose auf einen Rollstuhl angewiesen, doch das bremste ihren beruflichen Aufstieg nicht.
Im Herbst 2023 bewarb sie sich für eine offene Moderationsposition bei BR24 und durchlief eine einwöchige Probephase. Zuschauer:innen und Kolleg:innen reagierten begeistert auf ihre ruhige Stimme, ihre Professionalität und ihre ausstrahlungsstarke Präsenz. Der Erfolg dieser Woche führte schließlich zu ihrer festen Anstellung.
Neben ihrer Tätigkeit im Fernsehen moderierte Kottmann die Radiosendung Leben mit Behinderung und setzt sich weiterhin vehement für eine bessere Repräsentation in den Medien ein. Ihre Präsenz als Sprecherin in den BR24-Nachrichten um 16:00 und 18:30 Uhr markiert einen wichtigen Schritt hin zu mehr Inklusion bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland. Zwar gibt es keine genauen Zahlen, doch nur wenige – wenn überhaupt – Moderator:innen mit körperlichen Behinderungen bekleiden derzeit vergleichbare Führungspositionen in der Branche.
Kottmanns Rolle bei BR24 setzt ein Zeichen für die Repräsentation von Menschen mit Behinderung im deutschen Rundfunk. Ihre Erfahrung und ihr Engagement inspirieren viele in der Medienlandschaft. Gleichzeitig lenkt dieser Schritt die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Debatte über Diversität in Führungspositionen der Medienbranche in ganz Deutschland.






