Mittelstand fühlt sich von Merz' Wirtschaftsgipfel bewusst ausgeschlossen
Frauke MansMittelstand fühlt sich von Merz' Wirtschaftsgipfel bewusst ausgeschlossen
Vertreter des deutschen Mittelstands haben die Bundesregierung scharf kritisiert, weil sie von einem wichtigen Wirtschaftsgipfel ausgeschlossen wurden. Das Treffen, zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz in die Bundeskanzlei eingeladen hat, bringt Gewerkschaften und Großarbeitgeberverbände zusammen – doch nicht die kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden. Branchenverbände warnen, dass das Ignorieren ihrer Anliegen die Stagnation und Unsicherheit in der Branche weiter verschärfen könnte.
Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und zehn weitere Wirtschaftsverbände haben ihre Verärgerung über den bevorstehenden Gipfel in der Villa Borsig zum Ausdruck gebracht. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, warf der Regierung vor, den Mittelstand von dem aus seiner Sicht wichtigsten Treffen dieser Legislaturperiode auszuschließen. Er betonte, dass frühere Vereinbarungen – wie das gescheiterte 1.000-Euro-Bonusprogramm – die Realität kleinerer Betriebe missachtet hätten und sich dies nicht wiederholen dürfe.
Die Verbände weisen darauf hin, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands nicht allein durch den Fokus auf den industriellen Kern gelöst werden können. Sie verweisen auf stagnierendes Wachstum, schwache Investitionen und wachsende Unsicherheit bei kleinen Unternehmen als Anzeichen für tiefgreifendere Probleme. Ihre zentralen Forderungen – darunter Bürokratieabbau, eine Reform der Einkommensteuer und flexiblere Arbeitsgesetze – bleiben weiterhin unerfüllt.
Statt eines engen Dialogs fordern die Verbände eine offene, realitätsnahe Diskussion, die die tatsächliche Vielfalt der deutschen Wirtschaftslandschaft widerspiegelt. Ohne die substantielle Einbindung des Mittelstands, so ihre Warnung, könnten die aus dem Gipfel hervorgehenden Maßnahmen die drängenden Probleme der Gesamtwirtschaft verfehlen.
Der Gipfel findet ohne die Beteiligung der Verbände statt, die kleine und mittlere Unternehmen vertreten. Ihr Ausschluss lässt langjährige Forderungen – wie Steuerentlastungen und weniger Regulierung – weiterhin ungelöst. Die Ergebnisse des Treffens könnten nun auf Skepsis in jenem Sektor stoßen, der das Fundament der deutschen Wirtschaft bildet.






