25 March 2026, 12:36

Münchens dritte Startbahn: Ein Kampf gegen Zeit und politische Blockaden

Menschen sitzen auf dem Boden eines Flughafens und halten ein "Berlin aufgrund des Klimawandels abgesagt"-Schild mit verstreuten Gegenständen und Rolltreppen im Hintergrund.

Münchens dritte Startbahn: Ein Kampf gegen Zeit und politische Blockaden

Flughafen München kämpft um Rettung der dritten Startbahn vor Ablauf der Genehmigung

Der Flughafen München drängt darauf, das Projekt für die dritte Startbahn rechtlich abzusichern, bevor die Planungsgenehmigung verfällt. Der Betreiber hat einen Antrag eingereicht, um bestätigen zu lassen, dass erste Bauarbeiten bereits begonnen haben. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der politische Widerstand gegen die Erweiterung auf Landes- wie auf kommunaler Ebene unvermindert stark bleibt.

Das Vorhaben steckt seit Jahren in Verzögerungen fest. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat ein Moratorium bis 2028 verhängt. Gleichzeitig hat der neu gewählte Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) bereits Signalwirkung gegen die Pläne gesetzt – ein weiteres Hindernis für das umstrittene Projekt.

Die Baugenehmigung für die dritte Startbahn droht nach zehn Jahren zu verfallen, sofern nicht der Nachweis erbracht wird, dass mit den Bauarbeiten tatsächlich begonnen wurde. Mit seinem juristischen Vorstoß will der Flughafen die bestehende Genehmigung sichern, bevor die Frist abläuft. Doch trotz dieses Manövers bleibt das Projekt durch politische Blockaden lahmgelegt.

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Im Juli 2025 hatte das Verwaltungsgericht Klagen gegen die Baugenehmigungen für die Startbahn abgewiesen und damit eine rechtliche Hürde ausgeräumt. Doch der politische Widerstand zeigt keine Anzeichen von Nachlassen. Söders Moratorium, das er 2020 verhängt hatte, bleibt bestehen und friert die landesweite Unterstützung mindestens bis 2028 ein. Seither gab es keine Anzeichen für eine Lockerung der bayerischen Haltung.

Auf kommunaler Ebene gewann Dominik Krause von den Grünen die Münchner Oberbürgermeisterwahl mit 56,4 Prozent der Stimmen. Zwar mied er während des Wahlkampfs das Thema Flughafenausbau, doch die Ablehnung des Projekts durch seine Partei ist bekannt. Als Oberbürgermeister verfügt Krause über einen 23-prozentigen Anteil in der Gesellschafterversammlung des Flughafens München – und damit über ein faktisches Vetorecht bei grundlegenden Entscheidungen, einschließlich der Startbahn.

Die Lufthansa setzt sich weiterhin für den Ausbau ein. Konzernchef Carsten Spohr argumentiert, München benötige dringend mehr Kapazitäten. Doch mit der Ablehnung durch Landes- und Stadtregierung bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss. Krause wird voraussichtlich am Münchner Veto festhalten und damit die doppelte Blockade verstärken, die den Fortschritt seit Jahren hemmt.

Das Schicksal der Startbahn hängt nun von der rechtlichen Anerkennung der ersten Bauarbeiten und dem politischen Willen der bayerischen Führung ab. Ohne eine Kehrtwende bei Söders Moratorium oder Krauses Haltung wird das Projekt vor 2028 kaum vorankommen.

Vorerst verbleibt die Erweiterung des Flughafens München in der Schwebe – gefangen zwischen rechtlichen Fristen und dem unnachgiebigen Widerstand zentraler Entscheidungsträger. Während die Lufthansa auf Wachstum pocht, prallen ihre Forderungen auf die harte Haltung von Landes- und Stadtregierung. Die Zukunft der dritten Startbahn bleibt damit vorerst ungeklärt.

Quelle