09 May 2026, 20:29

Neues KRITIS-Gesetz: Mehr Schutz, aber viele offene Fragen für Unternehmen

Detailiertes altes Stadtplan von Schaffen, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten sowie Textangaben zur Bevölkerung, Dichte und Lage.

Neues KRITIS-Gesetz: Mehr Schutz, aber viele offene Fragen für Unternehmen

Deutschland führt neues Gesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen ein

Deutschland hat ein neues Gesetz verabschiedet, um seine wichtigsten Infrastrukturen vor wachsenden Cyber- und physischen Bedrohungen zu schützen. Das KRITIS-Dachgesetz, offiziell Gesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen, trat am 10. September 2025 in Kraft. Es stellt strengere Sicherheitsanforderungen an Unternehmen, lässt jedoch zentrale Fragen offen.

Das Gesetz verlangt von Betreibern kritischer Infrastrukturen einen strukturierten Sicherheitsansatz: Sie müssen nun kritische Bereiche identifizieren, Risiken analysieren und detaillierte Schutzpläne entwickeln. Zudem sind sie verpflichtet, physische Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen, Vorfälle zu überwachen und Notfallwiederherstellungssysteme zu gewährleisten. Allerdings fehlen klare Vorgaben zur Umsetzung – besonders kleinere Unternehmen sind verunsichert, wie sie die Vorgaben erfüllen sollen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Angriffe auf Infrastrukturen werden immer ausgefeilter In den letzten Jahren haben sich Attacken auf kritische Infrastrukturen professionalisiert: Viele werden staatlich gesteuert, über lange Zeiträume geplant und mit hoher Präzision ausgeführt. Dennoch nutzt Deutschland nachrichtendienstliche Methoden wie verdeckte Ermittler bisher nur begrenzt, um solche Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und abzuwehren.

Gleichzeitig entstehen neue Risiken durch Alltagstechnologien: Quishing – Angriffe über manipulierte QR-Codes – und die zunehmende Vernetzung privater Haushalte schaffen zusätzliche Schwachstellen. Doch das Gesetz erfasst nicht alle lokal bedeutsamen Infrastrukturen, sodass einige Einrichtungen ihre Sicherheit eigenständig regeln müssen.

Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung Markus Weidenauer, Geschäftsführer der SecCon Group, weist auf ein zentrales Problem hin: die Kluft zwischen politischen Zielen, rechtlichen Vorgaben und der praktischen Umsetzung. Zwar setzt das Gesetz ehrgeizige Maßstäbe, doch viele Unternehmen tun sich schwer, diese im Arbeitsalltag umzusetzen.

Ein Schritt in die richtige Richtung – doch mit Herausforderungen Das KRITIS-Dachgesetz stärkt den Schutz kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Unternehmen müssen nun höhere Sicherheitsstandards erfüllen, doch unklare Richtlinien könnten den Fortschritt bremsen. Ohne weitere Unterstützung bleiben kleinere Betreiber und nicht regulierte Einrichtungen anfällig für sich weiterentwickelnde Bedrohungen.

Quelle