Oberasbachs Bürger kämpfen mit Herzschock gegen plötzlichen Herztod
Raissa LangernOberasbachs Bürger kämpfen mit Herzschock gegen plötzlichen Herztod
Eine Gruppe engagierter Bürger aus Oberasbach hat die Initiative Herzschock ins Leben gerufen – ein neues Projekt, das Todesfälle durch plötzlichen Herzstillstand verhindern soll. Den Anstoß gab der tragische Tod eines 51-jährigen Torwarts während eines Freundschaftsspiels im Februar. Sein Tod offenbarten gravierende Mängel in der Notfallvorsorge, als ein in der Nähe befindlicher Defibrillator verschlossen und damit unbrauchbar war.
Der Vorfall ereignete sich am 16. Februar im Hans-Reif-Sportzentrum in Oberasbach. Der Torwart brach plötzlich zusammen, doch aufgrund einer hohen Anzahl an Notrufen an diesem Tag benötigten die Rettungskräfte etwa 20 Minuten bis zum Eintreffen. Zwar stand am benachbarten Jahn-Gymnasium ein automatisierter externer Defibrillator (AED) bereit, doch das Gebäude war abgeschlossen – das Gerät blieb unerreichbar. Der Mann wurde später im Klinikum Fürth für tot erklärt.
Als Reaktion darauf initiierte der Unternehmer und ehrenamtliche Rettungssanitäter Jürgen Pappler die Gründung von Herzschock. Ziel der Gruppe ist es, öffentlich zugängliche Defibrillatoren an zentralen Orten wie Feuerwehrstationen, Schulen, dem Rathaus und stark frequentierten Stellen wie Tankstellen zu installieren. Zudem sollen klare Beschilderungen eingeführt werden, damit Anwohner und Besucher den nächsten AED schnell finden – ganz ohne digitale Hilfsmittel.
Doch Herzschock setzt nicht nur auf technische Ausstattung: Die Initiative fördert auch flächendeckende Erste-Hilfe-Kenntnisse. Seitdem werden sonntags kostenlose Wiederbelebungskurse angeboten, um den Bürgern die Fähigkeiten zu vermitteln, in Notfällen schnell und richtig zu handeln. Pappler, der Vorsitzende der Initiative, betont, dass höhere Überlebenschancen von zwei Faktoren abhängen: einem rund um die Uhr zugänglichen Defibrillator-Netz und einer gut geschulten Bevölkerung.
Mit öffentlich zugänglichen AEDs und regelmäßigen Wiederbelebungstrainings will Herzschock die Reaktionszeiten bei Herzstillständen verkürzen. Der Fokus liegt auf stark besuchten Orten und einer deutlichen Kennzeichnung, um in künftigen Notfällen Leben zu retten.






