Oberschleißheim: Vom Militärflugplatz zum lebendigen Luftfahrtmuseum
Gotthilf WellerOberschleißheim: Vom Militärflugplatz zum lebendigen Luftfahrtmuseum
Der Flugplatz Oberschleißheim – Bayerns ältester Flughafen mit bewegter Geschichte
Der Flugplatz Oberschleißheim, heute 113 Jahre alt, ist der dienstälteste Flughafen Bayerns. Ursprünglich 1912 als Militärflugplatz errichtet, vereint seine Geschichte militärische Nutzung, zivile Expansion und die spätere Umwandlung in ein Museumsgelände. Die Vergangenheit des Flughafens spiegelt sowohl die Fortschritte der Luftfahrt als auch die dunklen Kapitel von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs wider.
Seine Anfänge datieren auf das Jahr 1912, als er als erster bayerischer Militärflugplatz für die Königlich Bayerische Fliegertruppen gebaut wurde. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs bildeten hier Tausende Piloten, Beobachter und Bordschützen aus. Der Versailler Vertrag erzwang 1920 seine Schließung; ein Jahr später wurden sowohl die Fliegertruppen als auch die Luftpolizei aufgelöst.
In den 1920er-Jahren vollzog sich der Wandel zur zivilen Nutzung: Flugschulen, Postdienste und Passagierflüge blühten auf. Zudem eröffnete eine Außenstelle der Deutschen Verkehrsfliegerschule, die Schüler für spätere militärische Aufgaben ausbildete. Dieses Wachstum hielt bis in die späten 1930er-Jahre an, als der Flugplatz im Zweiten Weltkrieg zu einer wichtigen Basis der Luftwaffe wurde.
Während des Krieges diente das Gelände als Ausbildungszentrum für Jagd- und Nachtpiloten. Bau und Instandhaltung stützten sich auf Zwangsarbeiter aus dem Konzentrationslager Dachau und russische Kriegsgefangene. Nach Kriegsende übernahmen US-Streitkräfte die Kontrolle bis 1973, als die Bundesrepublik Deutschland das Gelände zurückerhielt.
1981 folgte die Entmilitarisierung, und der Flugplatz wurde Teil des Deutschen Museums. Heute beherbergt er auf 8.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche 74 Flugzeuge und bewahrt so über ein Jahrhundert Luftfahrtgeschichte. Der Weg Oberschleißheims – vom Militärstützpunkt zum Museum – unterstreicht seine bleibende Bedeutung für die deutsche Fluggeschichte. Der Ort ist heute sowohl historisches Archiv als auch öffentlicher Ausstellungsraum. Sein Erbe umfasst Kriegsoperationen, zivile Entwicklung und die Zwangsarbeit, die seine Infrastruktur prägte.






