Russischer Öltanker Eventin nach Notfall von deutschem Zoll beschlagnahmt
Raissa LangernRussischer Öltanker Eventin nach Notfall von deutschem Zoll beschlagnahmt
Ein russischer Öltanker mit rund 100.000 Tonnen Rohöl an Bord wurde im April 2023 von deutschen Zollbehörden beschlagnahmt. Das unter dem Namen Eventin fahrende Schiff war nach einem technischen Ausfall manövrierunfähig geworden und auf See getrieben. Die Behörden griffen ein, um mögliche Umweltgefahren abzuwenden.
Ursprünglich war die Eventin von Ust-Luga in Russland nach Port Said in Ägypten unterwegs gewesen. Nach dem Systemausfall trieb das Schiff mit seiner vollen Ölladung unkontrolliert auf dem Meer. Der deutsche Zoll charterte umgehend spezielle Schleppboote, um das Schiff zu sichern.
Der Tanker wurde zum Ankerplatz Nordperd in der Nähe der Ostseeinsel Rügen geschleppt. Dieser Standort wurde gewählt, um das Risiko einer Ölpest so gering wie möglich zu halten. Die Eventin gehört zur sogenannten russischen „Schattenflotte“, die unter EU-Sanktionen operiert.
Die deutschen Behörden betonten die Bedeutung der maritimen Sicherheit und des Umweltschutzes. Die Aktion zeigte zugleich die Schwierigkeiten auf, Schiffe zu überwachen und zu kontrollieren, die mit sanktionierten Staaten in Verbindung stehen.
Die Beschlagnahmung der Eventin wurde vom Bundesministerium der Finanzen bestätigt. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Durchsetzung von Sanktionen, ohne dabei die Umwelt- und Schifffahrtssicherheit zu vernachlässigen. Der Tanker bleibt weiterhin unter der Kontrolle des deutschen Zolls am Ankerplatz Nordperd.






