16 March 2026, 10:42

Siemens gibt 30 Prozent von Healthineers an Aktionäre ab – und schafft sich finanzielle Freiheit

Ein Papierdokument mit der Überschrift "Landore Siemens Steel Company Limited Certificate for Ordinary Stock" mit Text, der die Unternehmensname, Adresse und weitere Informationen enthält.

Siemens verteilen Healthineers-Aktien im Milliardenwert an Aktionäre - Siemens gibt 30 Prozent von Healthineers an Aktionäre ab – und schafft sich finanzielle Freiheit

Siemens plant die Verteilung von Aktien im Wert von rund 15 Milliarden Euro an seiner Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers an seine Aktionäre. Durch diesen Schritt verringert der Konzern seinen Anteil an Healthineers um etwa 30 Prozent und leitet damit eine bedeutende strategische Neuausrichtung ein.

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Hauptversammlungen beider Unternehmen; die finalen Details werden für Anfang 2026 erwartet.

Siemens hatte Healthineers im März 2018 erstmals an die Börse gebracht, behielt jedoch die Mehrheit. Seither stieg der Marktwert der Sparte von etwa 26 Milliarden Euro auf voraussichtlich 50 bis 60 Milliarden Euro im Jahr 2026. Ein starkes Wachstum erreichte 2021 mit einer Bewertung von über 70 Milliarden Euro, doch Pandemieeffekte und Marktrückgänge führten in den Folgejahren zu Schwankungen.

Healthineers, geführt von Vorstandsvorsitzendem Bernd Montag, zählt heute zu den weltweit größten Herstellern von Medizintechnik und beschäftigt über 70.000 Mitarbeiter weltweit. Die Sparte erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von knapp 2,2 Milliarden Euro und ist damit ein zentraler Träger der finanziellen Performance von Siemens.

Durch die Aktienverteilung entfällt für Siemens künftig die Pflicht zur vollen Konsolidierung der Healthineers-Finanzdaten. Konzernchef Roland Busch betonte, der Schritt ermöglichte eine Fokussierung auf ein "hochgradig synergetisches" Portfolio. Finanzvorstand Ralf P. Thomas ergänzte, die Entkonsolidierung erhöhe die finanzielle Flexibilität des Unternehmens.

Aktuell hält Siemens etwas mehr als zwei Drittel an Healthineers und strebt langfristig nur noch eine bedeutende Minderheitsbeteiligung an. Sowohl die IG Metall als auch der Betriebsrat haben die Notwendigkeit betont, faire Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten während des Trennungsprozesses zu sichern.

Die Aktienverteilung reduziert den Siemens-Anteil an Healthineers um etwa 30 Prozent. Bei Genehmigung soll die Transaktion Anfang 2026 in Kraft treten und Siemens mehr finanzielle Spielräume verschaffen, während eine Minderheitsbeteiligung erhalten bleibt. Die Entscheidung folgt auf Jahre des Wachstums von Healthineers seit dem Börsengang 2018.

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