22 March 2026, 06:35

Soll die Regensburger Schule nach Elly Maldaque umbenannt werden – ohne historische Belege?

Ausführliche alte Karte von Weimar, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit begleitendem Text über die Bevölkerung und Merkmale der Stadt.

Soll die Regensburger Schule nach Elly Maldaque umbenannt werden – ohne historische Belege?

Die Regensburger Von-der-Tann-Schule könnte bald einen neuen Namen tragen: Elly Maldaque. Die geplante Umbenennung, die am 16. Oktober beraten werden soll, kommt 95 Jahre nach ihrem Tod. Lehrer:innen, Eltern und Schüler:innen unterstützen den Vorschlag, um ihr Andenken zu ehren.

Doch es gibt keine öffentlichen Aufzeichnungen, die eine Verbindung zwischen Elly Maldaque und Regensburg belegen – oder frühere Kontroversen um ihren Namen. Der Fall scheint sich auf eine Person zu beziehen, für die es keine dokumentierten historischen Belege gibt.

Die Geschichte von Elly Maldaque, wie sie im Buch "Der Fall Maldaque" beschrieben wird, schildert sie als Opfer politischer Verfolgung. 1930 wurde die Pianistin von rechtsextremen Kreisen ins Visier genommen, weil sie bei kommunistischen Versammlungen Klavier spielte und sich für deren Ideen interessierte. Sie verlor ihre Stelle, wurde zwangsweise in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen und starb unter ungeklärten Umständen.

Ihr Fall entwickelte sich zu einem großen Skandal in der Weimarer Republik. Über 90 Zeitungsartikel berichteten darüber, und mehr als 3.000 Menschen nahmen an ihrer Beerdigung teil. Die Bayerische Volkspartei (BVP), eine Vorläuferin der CSU, trieb trotz öffentlicher Empörung ihre Entlassung voran – und ging später ein Bündnis mit der NSDAP ein, was ihre Verfolgung weiter verschärfte.

Seit Jahren setzen sich Aktivist:innen dafür ein, Maldaque durch Straßen- oder Schulnamen zu ehren. Frühere Versuche scheiterten, doch der aktuelle Vorschlag stößt in der Schulgemeinschaft auf breite Zustimmung. Die Umbenennung soll sie als Opfer antidemokratischer Kräfte würdigen und demokratische Werte stärken.

Doch Fragen bleiben: Keine offiziellen Unterlagen belegen Maldaques Bezug zu Regensburg, und in Archiven finden sich keine Hinweise auf frühere Namensdebatten. Unklar ist auch, woher der aktuelle Vorschlag stammt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Bildungsausschuss wird am 16. Oktober über die Umbenennung entscheiden. Bei einer Zustimmung würde die Schule von der Ehrung einer historischen Militärpersönlichkeit zu der einer Frau übergehen, die als Opfer politischer Unterdrückung beschrieben wird.

Doch ohne verifizierte Belege für Maldaques Existenz oder ihre Verbindung zur Stadt wirft der Vorschlag Zweifel an seiner historischen Grundlage auf. Die Diskussion wird zeigen, ob die Schule den neuen Namen annimmt – oder ob der Fall in Vergessenheit gerät.

Quelle