07 April 2026, 12:41

Wie Bürgerwindparks die Energiewende in Deutschland retten könnten

Eine Gruppe von Windkraftanlagen in einem Feld bei Sonnenuntergang, mit Bäumen im Vordergrund und bewölktem Himmel im Hintergrund.

Wie Bürgerwindparks die Energiewende in Deutschland retten könnten

Deutschland kämpft mit seinen Windkraftzielen: Nur 17 Prozent der geplanten 9,2 Gigawatt (GW) neuer Kapazität bis 2025 sind bisher installiert. Während der Ausbau in einigen Regionen stockt, übernehmen lokale Gemeinschaften die Initiative – und machen Windparks zu einer Einnahmequelle und einem Instrument der Mitgestaltung. Landwirtinnen wie Theresa Ungru haben bereits Windräder auf ihren Flächen integriert und beweisen, dass bürgergetragene Projekte sowohl die Energiewende als auch den wirtschaftlichen Aufschwung vorantreiben können.

Theresa Ungru bewirtschaftet einen Hof in Hörstel, der seit 1.200 Jahren in Familienbesitz ist. Neben der Schweinemast und dem Ackerbau sichern ihr heute zwei Windkraftprojekte ein stabiles Einkommen. Als Vorsitzende der örtlichen Energiegenossenschaft steht sie für einen wachsenden Trend: Immer mehr Landwirt:innen und Anwohner:innen gestalten ihre energetische Zukunft selbst.

Im Kreis Steinfurt, Teil des Münsterlands, gehören zehn Windparks Bürgern vor Ort – organisiert über das Steinfurter BürgerEnergieNetz. Die Initiative hat sogar eine professionelle Geschäftsstelle eingerichtet, um den Betrieb zu steuern. Im Gegensatz zu kommerziellen Projektierern, die Gewinne oft abziehen, bleibt das Geld hier in der Region.

Süddeutschland, insbesondere Bayern, hinkt beim Windkraftausbau hinterher. Doch auch hier melden Landwirt:innen eine steigende Nachfrage nach Pachtverträgen, da Grundbesitzer:innen zu zentralen Akteuren der Wende werden. Die Agrokraft GmbH unterstützt bei der Flächensicherung und sorgt dafür, dass Gemeinden Einfluss auf Gestaltung und Standort behalten.

Ein Vorzeigeprojekt ist Großbardorf in Unterfranken: Vier bürgerfinanzierte Windräder erzeugen hier jährlich rund 22.000 Megawattstunden (MWh) Strom. Solche Initiativen zeigen, wie lokale Teilhabe die Akzeptanz steigert – Anwohner:innen profitieren finanziell und haben Mitspracherecht bei der Planung.

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Die Bundesländer haben zugesagt, mehr Flächen für Windenergie auszuweisen: 1,1 Prozent bis 2027 und 1,8 Prozent bis 2032. Die Frage ist nicht mehr, ob der Ausbau kommt, sondern wie Gemeinden ihn vorantreiben – und davon am meisten profitieren können.

Bürgerwindparks sind mehr als nur eine grüne Lösung: Sie halten das Geld in der Region und geben den Menschen direkte Gestaltungsmacht. Angesichts der verzögerten Ziele bis 2025 bieten diese Projekte ein Modell für schnelleren und gerechteren Ausbau. Die Botschaft ist klar: Wenn Gemeinden das Ruder übernehmen, wachsen Windkraft und lokale Wirtschaft Hand in Hand.

Quelle