Zwei Großorganisationen bündeln Kräfte gegen weltweite Gewalt an Kindern
Gotthilf WellerZwei Großorganisationen bündeln Kräfte gegen weltweite Gewalt an Kindern
Zwei führende Kinderschutzorganisationen haben sich zusammengeschlossen, um der globalen Gewalt gegen Kinder entgegenzutreten. SOS-Kinderdörfer weltweit und die Internationale Gesellschaft zur Verhinderung von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung (ISPCAN) kündigten eine neue strategische Partnerschaft an. Ihr Ziel: stärkere Präventionsmaßnahmen, mehr Verantwortung und widerstandsfähigere Gemeinschaften weltweit durchsetzen.
Die Dimensionen von Kindesmisshandlung bleiben alarmierend. Fast eine Milliarde Kinder erleiden jedes Jahr körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt. Offizielle Statistiken erfassen das Problem nur unzureichend, da viele Fälle im Verborgenen bleiben. Allein in Deutschland wurden 2024 über 18.100 Kinder unter 14 Jahren als Opfer von Straftaten registriert.
Schwache Schutzsysteme verschärfen die Krise in vielen Ländern. Überlastete Behörden und ein Mangel an qualifiziertem Personal lassen Kinder schutzlos zurück. Die neue Partnerschaft will diese Lücken schließen – durch die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, politischer Interessenvertretung und jahrzehntelanger Praxiserfahrung.
Der Rise Up Policy Forum, ein zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit, findet am 9. Oktober 2025 in Vilnius, Litauen, statt. Die Veranstaltung bringt Expert:innen, Politiker:innen und Fachkräfte zusammen, um evidenzbasierte Strategien zu entwickeln. Im Fokus steht die Umsetzung von Diskussionen in konkrete politische Maßnahmen für mehr Kindersicherheit.
Die Kooperation zwischen SOS-Kinderdörfern und ISPCAN steht für einen abgestimmten Reformansatz im Kinderschutz. Durch die Verknüpfung von Forschung, Politik und Praxis wollen die Organisationen nachhaltige Veränderungen bewirken. Der Rise Up Forum in Vilnius wird dabei eine Schlüsselrolle als Plattform für die Gestaltung zukünftiger Schutzmaßnahmen einnehmen.






