17 March 2026, 16:39

60-Millionen-Skandal erschüttert Bistum Eichstätt: Ex-Bischof Hanke gesteht Versagen

Das Bischofshaus in Manila, Philippinen, ein Gebäude mit Fenstern, einer Tür, einer Namensschilder, Topfpflanzen, nahen Bäumen, verstreuten Steinen und einem bewölkten Himmel.

"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof gibt im Prozess zu - 60-Millionen-Skandal erschüttert Bistum Eichstätt: Ex-Bischof Hanke gesteht Versagen

Das Bistum Eichstätt in Deutschland steht wegen eines Finanzskandals in der Kritik, bei dem riskante Immobilieninvestitionen in den USA in Höhe von 60 Millionen Dollar im Mittelpunkt stehen. Der ehemalige Bischof Gregor Maria Hanke räumte schwere Versäumnisse bei der Aufsicht ein, was zu juristischen Verfahren und schließlich zu seinem Rücktritt nach 18 Amtsjahren führte.

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Zwischen 2014 und 2016 vergab das Bistum 31 unbesicherte Kredite in Höhe von insgesamt fast 60 Millionen Dollar an US-Immobilienentwickler. Diese spekulativen Geschäfte gerieten später in den Fokus einer Korruptionsermittlung. Ein Projektentwickler wird nun der Untreue und Bestechung beschuldigt, während der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor des Bistums wegen Untreue und Bestechlichkeit angeklagt ist.

Hanke behauptete, er habe von den umstrittenen Deals erst nach deren Abschluss erfahren. Er gab zu, dass die Kontrollen gefährlich lasch gewesen seien und die Finanzabteilung mit zu viel Eigenständigkeit agiert habe. Dadurch seien "blinde Flecken" in den Bistumsfinanzen entstanden, die hochriskante Investitionen ungehindert ließen.

Der ehemalige Bischof beschrieb den Vermögensverwaltungsrat des Bistums als zu abgeschottet, der größtenteils mit internen Mitgliedern besetzt gewesen sei. Er räumte ein, dass dem Gremium die Fachkenntnis gefehlt habe, um solche komplexen Transaktionen angemessen zu bewerten. Trotz dieser Mängel habe er dem System vertraut und es für sicher gehalten, so Hanke.

Nach Bekanntwerden des Skandals trat Hanke von seinem Amt zurück. Die katholische Kirche in Deutschland hat jedoch infolgedessen keine spezifischen Finanzreformen in anderen Bistümern eingeleitet. Stattdessen liegt der Fokus weiterhin auf dem laufenden Gerichtsverfahren, nicht auf umfassenderen strukturellen Veränderungen.

Der Eichstätter Skandal legte Schwächen in den finanziellen Kontrollmechanismen des Bistums offen und führte zu Hankes Rückzug sowie zu Strafverfolgung gegen zwei Personen. Während das Verfahren andauert, wurden in den deutschen Bistümern keine übergreifenden Reformen umgesetzt. Die 60 Millionen Dollar an unbesicherten Krediten bleiben weiterhin zentraler Gegenstand der Ermittlungen.

Quelle