Anna Netrebko polarisiert bei Berliner Un ballo in maschera-Premiere 2026
Frauke MansAnna Netrebko polarisiert bei Berliner Un ballo in maschera-Premiere 2026
Die Berliner Staatsoper gastierte mit Anna Netrebko im März 2026 in einer Neuinszenierung von Un ballo in maschera
Während die Sopranistin im Inneren des Hauses für starke Beifallsstürme sorgte, demonstrierten draußen Protestierende mit ukrainischen Fahnen und äußerten ihren Widerspruch. Die Vorstellung spiegelte die anhaltenden Debatten über ihre Auftritte in Deutschland wider.
Die Staatsoper Unter den Linden brachte Giuseppe Verdis Un ballo in maschera mit Netrebko in der Hauptrolle als Amelia zur Uraufführung. Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Produktion bezog sich auf die queere Ballroom-Kultur und die AIDS-Krise – was geteilte Reaktionen hervorrief: Ein Teil des Publikums applaudierte begeistert, andere buhten.
Dirigent Enrique Mazzola leitete das Orchester und erhielt gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern viel Lob. Doch vor dem Opernhaus versammelten sich etwa 50 Demonstranten, die Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat" skandierten. Hintergrund der Proteste waren Netrebkos frühere Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin, darunter eine Geburtstagsfeier im Kreml im Jahr 2021.
Intendantin Elisabeth Sobotka verteidigte die Entscheidung, Netrebko zu engagieren, und verwies darauf, dass sich die Sängerin öffentlich von Russland distanziert habe und seit Beginn des Krieges nicht dorthin zurückgekehrt sei. Auch Netrebkos Team betonte erneut ihre Ablehnung des Ukraine-Kriegs. Trotz der Kontroverse erhielt ihre Darstellung von vielen Zuschauern begeisterten Applaus.
Die in Russland und Österreich geborene Künstlerin trat bereits mehrfach in Berlin auf, darunter an der Staatsoper Unter den Linden. Die Produktion im März 2026 unterstrich die Spannung zwischen künstlerischer Anerkennung und politischer Kritik. Ihre zukünftigen Auftritte in Deutschland werden voraussichtlich weiterhin sowohl Bewunderung als auch Proteste auslösen.






