Ashura-Marsch in Berlin: Kinder bei Entführungs-Nachstellung unter extremer Hitze eingesetzt
Gotthilf WellerAshura-Marsch in Berlin: Kinder bei Entführungs-Nachstellung unter extremer Hitze eingesetzt
Umzug in Berlin zu schiitischem Gedenktag löst Debatte aus – Kinder bei Nachstellung historischer Entführung eingesetzt
Eine Demonstration in Berlin anlässlich eines schiitischen religiösen Festes hat für Aufsehen gesorgt, nachdem Kinder bei der Nachstellung einer historischen Entführung mitgewirkt hatten. Die unter dem Titel „Ashura-Marsch“ veranstaltete Kundgebung sollte zwar Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit zeigen, stieß jedoch auf Kritik wegen des Umgangs mit den jungen Teilnehmern.
Bei Temperaturen von bis zu 40°C (104°F) nahmen rund 600 Menschen an dem Umzug teil. Während der Inszenierung wurden Kinder aneinandergebunden, und mehrere Teilnehmer mussten später wegen hitzebedingter Kreislaufprobleme medizinisch versorgt werden. Die Veranstalter unterbrachen den Marsch zeitweise, um den Teilnehmern eine Pause im Schatten und die Möglichkeit zum Trinken zu ermöglichen. Eine geplante Zwischenkundgebung wurde abgesagt.
Im Rahmen eines Abstimmungsgesprächs verbot die zuständige Einsatzleitung die theatralische Darstellung. Der Verantwortliche der Veranstaltung beendete daraufhin die Szene mit den Kindern. Trotz der Kontroverse verlief die Demonstration friedlich; vor Ort eingesetzte Dolmetscher meldeten keine strafrechtlich relevanten Inhalte.
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) verurteilte die Kundgebung als islamistisch. Die Organisation warf den Teilnehmern vor, Symbole zu zeigen, die mit islamistischem Terror in Verbindung stehen. Auch Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kritisierte den Einsatz von Kindern scharf und bezeichnete es als inakzeptabel, sie für politische Botschaften zu instrumentalisieren.
Der Marsch endete ohne größere Zwischenfälle, doch die Sorge um den Umgang mit Kindern bei extremer Hitze bleibt bestehen. Behörden und Kritiker stellen die Organisation der Veranstaltung sowie die dahinterstehenden Botschaften infrage. Die Debatte über Inhalte und Sicherheitsvorkehrungen des Umzugs dürfte anhalten.
