Bayerische Städte kämpfen gegen die Flut an Wahlplakaten und Werbung
Immer mehr bayerische Städte gehen gegen Wahlplakate vor. In Kempten hat die schiere Menge an Wahlwerbung sowohl bei Besuchern als auch bei lokalen Politikern für Unmut gesorgt. Nun setzt sich die benachbarte Gemeinde Betzigau für strengere Regeln bei der öffentlichen Werbung ein.
Das Problem wurde bekannt, als Thomas Hartmann, Grünen-Stadtrat in Kempten, von einer unerwarteten Reaktion von Freunden berichtete, die die Stadt besucht hatten. Diese fühlten sich von der Flut an Wahlplakaten überrollt und verließen den Ort mit einem schlechten Eindruck. Hartmann erwähnte dies später in einer Sitzung des Tourismusbeirats.
In der Nachbargemeinde Betzigau hat die Grünen-Fraktion bereits Konsequenzen gezogen. Joachim Borghoff, Gemeinderat der Gemeinde, bezeichnete die aktuelle Plakatsituation während einer Ratssitzung als "Dschungel". Die Fraktion hat nun einen offiziellen Antrag eingereicht, um die Plakatwerbung im öffentlichen Raum zu regulieren.
Betzigau ist mit seinen Bedenken nicht allein. Seit 2023 haben rund 25 bayerische Gemeinden – viele davon in touristischen Regionen wie den Bayerischen Alpen oder am Chiemsee – neue Werberegeln eingeführt. Garmisch-Partenkirchen verbot 2023 große Werbetafeln, während Berchtesgaden im Folgejahr Plakate in Nationalpark-Zonen einschränkte.
Der Vorstoß für strengere Kontrollen spiegelt eine wachsende Unzufriedenheit mit überladenen öffentlichen Räumen wider. Sollte der Antrag in Betzigau durchkommen, reiht sich die Gemeinde in eine Liste bayerischer Städte ein, die Wahl- und Werbeplakate begrenzen. Ziel der Änderungen ist es, die visuelle Verschmutzung zu verringern – besonders in Regionen, die vom Tourismus abhängen.






