21 March 2026, 22:28

Bayern riskiert Milliarden-IT-Deal mit Microsoft – ohne Ausschreibung und gegen lokale Proteste

Ein Blatt mit einer Karikatur betitelt "Der Vierjahresvertrag und sein Fortschritt", das den Zeitplan des Vertrags zeigt.

Bayern riskiert Milliarden-IT-Deal mit Microsoft – ohne Ausschreibung und gegen lokale Proteste

Bayern treibt milliardenschweren IT-Deal voran – Kritiker warnen vor Kosten von über 200 Millionen Euro jährlich

Bayern steht kurz vor dem Abschluss eines großen IT-Vertrags, der die Steuerzahler künftig mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr kosten könnte. Noch vor Ende 2024 plant der Freistaat, einen Fünfjahresvertrag mit Microsoft zu unterzeichnen – trotz massiver Kritik von heimischen Technologieunternehmen. Gegner des Deals werfen der Staatsregierung vor, auf eine Ausschreibung verzichtet und damit ein US-Unternehmen gegenüber europäischen Alternativen bevorzugt zu haben.

Das geplante Abkommen, bekannt als "Bayern-Vertrag", soll Städten und Kommunalverwaltungen in der gesamten Region Microsoft 365 E5 – inklusive der Kollaborationsplattform Teams – zur Verfügung stellen. Sollte der Deal unter Dach und Fach kommen, sichert er Microsoft eine stabile Einnahmequelle und könnte so die jüngsten finanziellen Rückschläge des Konzerns ausgleichen.

Lokale IT- und Open-Source-Unternehmen haben sich vehement gegen die Vereinbarung ausgesprochen. Sie bemängeln, dass fast eine Milliarde Euro an ein US-Unternehmen fließen soll, ohne dass es einen fairen Vergabewettbewerb gegeben habe. Kritiker verweisen zudem auf die angespannte Beziehung zwischen europäischen Regulierungsbehörden und amerikanischen Tech-Giganten, die sich seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit weiter zugespitzt hat.

Unterdessen setzt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag auf einen anderen Weg: Um möglichen US-Sanktionen auszuweichen, steigt er von proprietärer Software auf die Open-Source-Plattform OpenDesk um.

Der Vertrag befindet sich zwar noch in der Verhandlungsphase, doch eine Unterzeichnung würde Bayern langfristig an Microsoft binden. Die Steuerzahler müssten mit jährlichen Belastungen von über 200 Millionen Euro rechnen, während lokale Unternehmen weiterhin mehr Transparenz und Wettbewerb bei öffentlichen IT-Ausschreibungen fordern.

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