Bayerns Tourismus zwischen Rekordzahlen und Klimazielen im Spannungsfeld
Frauke MansBayerns Tourismus zwischen Rekordzahlen und Klimazielen im Spannungsfeld
Bayerischer Tourismus unter Klimadruck – trotz 100 Millionen Übernachtungen 2023
Die Tourismusbranche in Bayern steht trotz rund 100 Millionen Übernachtungen im Jahr 2023 zunehmend unter Druck durch den Klimawandel. Die Branche sieht sich wachsenden Herausforderungen gegenüber: Sie muss ihre Klimaziele erreichen, ohne dabei ihre wirtschaftliche Bedeutung zu gefährden.
Dr. Niklas Völkerning von der Universität Augsburg untersucht, wie sich der Klimawandel auf Unterkünfte in bayerischen Tourismusregionen auswirkt. Seine Studien zeigen, dass Betriebe im Schnitt 14 Kilogramm CO₂ pro Gastnacht verursachen. Nur 27 Beherbergungsbetriebe gleichen ihre Emissionen derzeit aus – doch dies hat bisher keine Auswirkungen auf die Buchungszahlen.
Viele Anbieter haben bereits Maßnahmen wie Solaranlagen oder Heizungsmodernisierungen umgesetzt. Doch nur wenige kennen die Klimaneutralitäts-Vorgabe für 2040. Bayern strebt zwar bereits bis 2030 Klimaneutralität an, doch die Tourismusbranche hinkt diesem Ziel hinterher.
Eine Umfrage ergab, dass 56 Prozent der Betriebe keine negativen Folgen des Klimawandels sehen, während 14 Prozent sogar positive Effekte verzeichnen. Entscheidend für Investitionen in Klimaschutz ist oft das Engagement der Führungsebene. Dennoch bremsen Hindernisse wie Wissenslücken, unklare Vorschriften und hohe Kosten den Fortschritt. Rund 60 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass vor allem Politiker und Gäste in der Pflicht stehen, die Nachhaltigkeit voranzutreiben.
Die Branche muss ihren CO₂-Fußabdruck verringern, um die künftigen Ziele zu erreichen. Da bisher nur wenige Betriebe ihre Emissionen kompensieren, ist mehr Handlungsbereitschaft gefragt. Mehr Bewusstsein und klarere Regelungen könnten den Wandel im Tourismussektor beschleunigen.
