18 June 2026, 22:23

Bayreuther Festspiele: Streit um Antisemitismus und historische Verantwortung eskaliert

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele: Streit um Antisemitismus und historische Verantwortung eskaliert

Bayreuther Festspiele in der Kritik: Umgang mit Antisemitismus und historischer Verantwortung

Die Bayreuther Festspiele stehen wegen ihres Umgangs mit Antisemitismus und historischer Aufarbeitung in der Kritik. Michel Friedman warf dem Festival vor, sich einer Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit zu entziehen. Der Streit dreht sich um eine geplante Veranstaltung, die zunächst abgesagt, inzwischen aber wieder bestätigt wurde.

Friedman hatte dem Festival vorgeworfen, sich der notwendigen historischen Aufklärung über Antisemitismus zu entziehen. Katharina Wagner begründete den Rückzug seiner Einladung mit Sicherheitsbedenken. Später entschuldigte sich das Festival bei Friedman, und die Veranstaltung wird nun wie geplant stattfinden.

Die Auseinandersetzung mit Richard Wagners Antisemitismus ist seit Langem fester Bestandteil des Festspielprogramms. Es gab bereits Podiumsdiskussionen, darunter eine Reihe mit Stephen Fry, und das Thema wurde in verschiedenen Inszenierungen auf der Bühne aufgegriffen. Zudem pflegt das Festival Gedenkveranstaltungen und Symposien, die die Verbindungen der Familie Wagner zum Nationalsozialismus beleuchten.

Christian Thielemann präzisierte, dass Gespräche über eine Veranstaltung mit Friedman bereits vor über einem Jahr geführt worden seien. Er betonte, niemals eine verbindliche Zusage gegeben zu haben. Das Festival verwies zudem auf seine lange Zusammenarbeit mit jüdischen Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko, die die musikalische Ausrichtung maßgeblich geprägt haben.

Auch die Süddeutsche Zeitung geriet in die Kritik. Ihr wurde vorgeworfen, die Bemühungen des Festivals um eine Aufarbeitung der Vergangenheit und die Bekämpfung von Antisemitismus nicht ausreichend zu würdigen.

Die Bayreuther Festspiele haben in den vergangenen Jahren durch Diskussionen, Produktionen und Gedenkveranstaltungen Schritte unternommen, um sich mit ihrer historischen Verstrickung in den Antisemitismus auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung mit Michel Friedman wird nun nach der Entschuldigung wie geplant durchgeführt. Die Debatte zeigt, wie sehr das Festival weiterhin darum ringt, sein Erbe mit dem heutigen Handeln in Einklang zu bringen.

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