Berliner Mordprozess gegen Palliativmediziner erreicht entscheidende Phase
Raissa LangernBerliner Mordprozess gegen Palliativmediziner erreicht entscheidende Phase
In Berlin nähert sich ein Mordprozess gegen einen Palliativmediziner der entscheidenden Phase. Nach fast einem Jahr Verhandlung steht nun das Plädoyer der Parteien bevor. Der Angeklagte, ein 41-jähriger Arzt mit Promotion, sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen 15 Fälle von Mord mit besonders schwerer Schuld – darunter mutmaßliche Taten aus niedrigen Beweggründen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, einige Opfer getötet zu haben, um andere Straftaten zu vertuschen. Zudem sollen Brände gelegt worden sein, um Beweismaterial zu vernichten. Die Taten sollen sich zwischen September 2021 und Juli 2024 ereignet haben.
Der Angeklagte befindet sich seit August 2024 in Untersuchungshaft. Parallel zum laufenden Prozess prüft die Staatsanwaltschaft weitere 76 mögliche Verdachtsfälle in Verbindung mit dem Beschuldigten. Ein psychiatrisches Gutachten, das seine Persönlichkeit und Schuldfähigkeit bewerten soll, wird in Kürze vorgelegt.
Mit Vorlage dieses Gutachtens könnte die Beweisaufnahme abgeschlossen werden. Die Verhandlung wird am 29. Juni um 9:30 Uhr fortgesetzt.
Der Prozess dauert bereits fast ein Jahr an. Sollte die Beweisaufnahme abgeschlossen werden, rückt das Gericht dem Urteil näher. Die Entscheidung wird nicht nur über die Verantwortung für die vorgeworfenen Taten entscheiden, sondern auch über den Verlauf der weiteren Ermittlungen.
