Berlins Kulturschaffende kämpfen mit Großoffensive um politische Unterstützung vor der Wahl
Gotthilf WellerBerlins Kulturschaffende kämpfen mit Großoffensive um politische Unterstützung vor der Wahl
Berlins Kulturszene startet Großoffensive für mehr politische Unterstützung
Die Berliner Kulturbranche hat eine vielbeachtete Kampagne gestartet, um die Förderung der Künste ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ eröffnete ihre Aktionswoche mit einem dringenden Appell an mehr finanzielle Unterstützung – rechtzeitig vor den anstehenden Wahlen in der Hauptstadt. Prominente Vertreter aus Politik und Kultur kamen zusammen, um ihre Forderungen und Sorgen zu äußern.
Zur Auftaktveranstaltung erschienen politische Persönlichkeiten wie Katharina Marg von der Linken, Ronja Losert sowie Bertram von Boxberg von den Grünen. Die Initiative will den Wahlkampf beeinflussen und verbreitet unter dem Hashtag #deineStimmefürKultur ihre Botschaft in Kultureinrichtungen der ganzen Stadt.
Im Mittelpunkt der Kampagne steht die „Berliner Erklärung“, die fordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem werden verlässliche Förderstrukturen angemahnt, um die Zukunft der Berliner Kunst- und Kulturinstitutionen zu sichern. Verbände und Einrichtungen haben für die Kandidat:innen sogenannte „Wahl-Prüfsteine“ entwickelt – darunter auch Fragen zu ihrem Engagement für kulturelle Bildung.
Redner:innen wiesen auf die prekäre Lage vieler Kultureinrichtungen hin. Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, warnte, dass Mietänderungen und die Expansion der Opernstiftung die Existenz des Theaters bedrohen. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die unsichere Finanzierungssituation mit dem Mythos von Ikarus, der der Sonne zu nah kam. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, verurteilte jüngste Kürzungen als falsches Signal und sprach über die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße. In einer persönlichen Anekdote erinnerte er sich daran, wie ein Theaterbesuch mit 14 Jahren sein Leben veränderte – und unterstrich damit die prägende Kraft kultureller Erfahrungen.
Die Aktionswoche steht für einen gemeinsamen Kraftakt der Berliner Kulturschaffenden, um langfristige Förderung und politische Aufmerksamkeit zu sichern. Mit der „Berliner Erklärung“ und öffentlichen Kampagnen soll Kultur im Wahlkampf eine zentrale Rolle spielen. Die Organisator:innen hoffen, dass ihre Forderungen bei Kandidat:innen und Wähler:innen auf Resonanz stoßen.






