Deutschland lockt nach Intels Abzug neue Chip-Hersteller wie Samsung an
Gotthilf WellerDeutschland lockt nach Intels Abzug neue Chip-Hersteller wie Samsung an
Deutschland wirbt aktiv um neue Chip-Hersteller nach Intels Rückzug aus Magdeburg
Nach dem Abzug des US-Konzerns Intel von seinem geplanten 30-Milliarden-Euro-Werk in Magdeburg sucht Deutschland gezielt nach neuen Investoren für die Halbleiterindustrie. Da noch Milliarden an ungenutzten Subventionen zur Verfügung stehen, rücken nun vor allem südkoreanische Unternehmen – allen voran Samsung – in den Fokus. Gerüchten zufolge könnte der Tech-Riese seine Aktivitäten in Europa ausbauen, ähnlich wie kürzlich in den USA.
Intels Rückzug aus Magdeburg hinterließ in Deutschland ungenutzte Fördergelder, die ursprünglich für den Ausbau der Halbleiterproduktion vorgesehen waren. Die Entscheidung des Unternehmens hatte weniger mit deutschen Rahmenbedingungen zu tun als vielmehr mit internen strategischen Neuausrichtungen. Nun ist eine deutsche Investorendelegation nach Südkorea gereist, um mögliche Partnerschaften auszuloten – insbesondere in Regionen, in denen bereits Chipfabriken geplant oder in Betrieb sind.
Samsungs möglicher Einstieg in Deutschland könnte verschiedene Formen annehmen: Von einer vollwertigen Produktionsstätte bis hin zu kleineren Standorten für Verpackung oder Designunterstützung ist alles denkbar. Das Unternehmen ist in Europa bereits über seine Tochterfirma Harman präsent, die kürzlich die ADAS-Sparte von ZF übernahm und wichtige deutsche sowie europäische Automobilhersteller beliefert.
Trotz hoher Energie- und Arbeitskosten in Europa lassen sich andere Chip-Hersteller nicht abschrecken. So treibt etwa TSMC den Bau eines neuen Werks in Dresden voran, getrieben von starker Kundennachfrage. Zudem eröffnete das Unternehmen ein Designzentrum in Bayern und unterstreicht damit sein Engagement in der Region. Erfolgreiche Beispiele wie die Werke von Infineon, Bosch und GlobalFoundries zeigen, dass Deutschland trotz Intels Abgang ein attraktiver Standort bleibt.
Samsungs Vorgehen ähnelt dabei seiner US-Strategie, bei der sich das Unternehmen in der Nähe wichtiger Partner positioniert und exklusive Kooperationen eingeht. Ein bekanntes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Tesla, die die enge Verzahnung mit führenden Industrieunternehmen verdeutlicht.
Deutschlands Bemühungen, Samsung und andere Halbleiterhersteller anzuziehen, folgen auf Intels Rückzug und die Verfügbarkeit ungenutzter Fördermittel. Sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, könnte das Land bald neue Investitionen in die Chip-Produktion, Verpackung oder Entwicklung sehen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Gespräche zwischen deutschen Vertretern und koreanischen Herstellern zu konkreten Ergebnissen führen.






