Dieter Nuhrs Femizid-"Witze" lösen Empörung und Debatte über Grenzen des Humors aus
Raissa LangernDieter Nuhrs Femizid-"Witze" lösen Empörung und Debatte über Grenzen des Humors aus
Der Komiker Dieter Nuhr hat mit Witzen in seiner jüngsten ARD-Sendung für Aufsehen gesorgt, die nach Ansicht vieler Frauen verunglimpfen und Femizide verharmlosen. Zu seinen umstrittenen Äußerungen gehört der „Ratschlag“, Frauen sollten ihren Partner vor dem Sex besser kennenlernen, um nicht getötet zu werden. Kritiker werfen ihm vor, seine „Humor“-Nummern bedienten schädliche Klischees und machten Opfer statt Täter verantwortlich.
In einem Teil seines Programms „witzelte“ Nuhr, Parkplätze seien „konstruktiv zu klein“ für Frauen. Seine Auftritte setzen Frauen häufig als Zielscheibe des Spottes ein. Zudem verharmloste er die Gefahr von Femiziden, indem er behauptete, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau in Deutschland von einem Mann getötet werde, liege „praktisch bei null“.
Statistiken zeigen jedoch, dass in 87 Prozent der Femizid-Fälle der Täter der aktuelle oder ehemalige Partner des Opfers ist. Trotzdem bestreitet Nuhr ein strukturelles Problem bei der Tötung von Frauen. Sein „Witz“ über Femizide wurde weitläufig als geschmacklos und plump verurteilt.
Öffentlich-rechtliche Sender wie der rbb gerieten in die Kritik, weil sie solche Inhalte eine Plattform bieten. Der rbb verteidigte die Sendung mit dem Verweis auf künstlerische und satirische Freiheit. Kritiker halten Nuhrs „Humor“ hingegen für frauenfeindlich und werfen ihm vor, er normalisiere die Schuldzuweisung an die Opfer.
Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und verantwortungsvollem Programm auf. Nuhrs „Witze“ stoßen wegen ihrer Behandlung ernsthafter Themen auf scharfe Ablehnung. Öffentlich-rechtliche Sender stehen weiterhin in der Pflicht, die von ihnen ausgestrahlten Inhalte kritisch zu prüfen.
