Dominik Krause wird Münchens neuer Oberbürgermeister – mit radikalen Plänen für Wohnen und Verkehr
Raissa LangernDominik Krause wird Münchens neuer Oberbürgermeister – mit radikalen Plänen für Wohnen und Verkehr
Dominik Krause ist zum neuen Oberbürgermeister Münchens gewählt worden, nachdem er die Stichwahl am Sonntag für sich entschieden hat. Der 35-jährige Grünen-Politiker folgt auf Dieter Reiter, der das Amt seit 2014 innehatte. Krauses politischer Werdegang begann vor mehr als einem Jahrzehnt – geprägt von einem prägenden Erlebnis in seiner Jugend.
Mit 24 Jahren zog Krause erstmals in die Politik ein, als er 2014 einen Sitz im Münchner Stadtrat gewann. Sein Engagement begann jedoch schon früher: 2009 erlebte er während seines Zivildienstes eine neonazistische Demonstration vor einer Flüchtlingsunterkunft mit. Dieses Ereignis veranlasste ihn, der Partei Bündnis 90/Die Grünen beizutreten und sich der Antirassismus-Kampagne München ist bunt anzuschließen.
Bis 2023 stieg er zum zweiten Bürgermeister Münchens auf. In dieser Funktion sorgte er für Diskussionen, indem er das Oktoberfest als die "größte Freiluft-Drogenbörse der Welt" bezeichnete und sich gleichzeitig für die Legalisierung von Cannabis einsetzte.
Als neuer Oberbürgermeister hat Krause klare Schwerpunkte gesetzt. Um die Wohnungsnot zu bekämpfen, plant er den Bau von 50.000 neuen Wohnungen – durch Neubauten, verdichtetes Bauen und die Umnutzung von Büroräumen. Im Verkehrsbereich will er die Politik zugunsten von Fußgängern und Radfahrern umsteuern, was er selbst vorlebt, indem er zu offiziellen Terminen mit dem Fahrrad fährt.
Seine Wahl markiert einen Generationswechsel in der Münchner Führung. Krause, der vor seiner politischen Karriere Physik studierte, wird sein Amt am 1. Mai 2026 antreten.
Mit Krauses Sieg beginnt für München eine neue Ära, in der Wohnungsbau und Verkehrspolitik ganz oben auf der Agenda stehen. Der ehemalige Physiker und überzeugte Radfahrer hat versprochen, auch künftig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren – ein Zeichen für seinen praxisnahen Führungsstil. Seine Amtszeit beginnt im kommenden Frühjahr, nach einem Wahlkampf, der tief in lokalem Aktivismus und progressiven Reformen verwurzelt war.






