27 April 2026, 16:37

Ein Buch bricht das Schweigen: Jüdische Stimmen erzählen ihr echtes Leben in Deutschland

Altes Buch mit hebräischer Schrift auf schwarzem Hintergrund, beschriftet mit "Jüdisches Pessach-Seder".

Ein Buch bricht das Schweigen: Jüdische Stimmen erzählen ihr echtes Leben in Deutschland

Ein neues Buch mit dem Titel "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" bietet einen seltenen Einblick in das Leben jüdischer Menschen im Land. Verfasst von Joshua Schultheis und Mascha Malburg, geht es über die üblichen öffentlichen Erzählungen hinaus, die jüdische Erfahrungen meist nur im Kontext der Holocaust-Gedenkkultur oder des Nahostkonflikts thematisieren. Stattdessen präsentieren die Autor:innen direkte Gespräche mit acht Personen und zeigen damit eine weitaus vielfältigere und komplexere Realität.

Die im Buch versammelten Interviews geben einer breiten Palette von Stimmen Raum. Darunter sind aschkenasische und mizrachische Jüdinnen und Juden, queere und patrilinear jüdische Menschen sowie Personen aus der Ukraine, Russland, New York und Tel Aviv. Manche haben tiefe familiäre Wurzeln in Deutschland, andere sind erst vor kurzem eingewandert. Diese Vielfalt widerlegt das gängige Klischee, jüdisches Leben in Deutschland sei auf eine einzige, enge Erfahrung beschränkt.

Joshua Schultheis, politischer Redakteur bei der "Jüdischen Allgemeinen", und Mascha Malburg, die Politikwissenschaft und Soziologie mit Schwerpunkt auf Hannah Arendts Revolutionstheorie studiert hat, strukturierten das Buch so, dass alltagsnahe Themen im Mittelpunkt stehen. Die Gespräche wurden von Dinah Riese moderiert, der Leiterin des Inlandsressorts unserer Website. Erschienen im Hentrich & Hentrich Verlag, zielt die Publikation darauf ab, die Aufmerksamkeit von symbolträchtigen Momenten weg und hin zu den gelebten Erfahrungen jüdischer Menschen in Deutschland zu lenken.

Die Autor:innen argumentieren, dass die öffentliche Sichtbarkeit jüdischen Lebens oft von äußeren Ereignissen abhängt – sei es bei Gedenkveranstaltungen für NS-Opfer oder in Debatten über Israel. Jüdische Stimmen werden dabei häufig von anderen gerahmt. Indem das Buch eigene Gespräche in den Vordergrund stellt, will es dieses Ungleichgewicht ausgleichen und ein umfassenderes Bild davon zeichnen, was es heute bedeutet, in Deutschland jüdisch zu sein.

Die Veröffentlichung von "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen" bietet eine Alternative zu den eingeschränkten Darstellungen jüdischen Lebens. Durch persönliche Erzählungen rückt das Buch Anliegen und Perspektiven in den Fokus, die oft ungehört bleiben. Es dient als direkter Bericht darüber, wie jüdische Menschen ihren Platz in Deutschland sehen – jenseits der Momente, in denen sie der breiten Öffentlichkeit besonders präsent sind.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle