18 March 2026, 00:37

Fahrlehrer warnen: Billiger Führerschein könnte Verkehrssicherheit gefährden

Eine Straße mit Fahrzeugen, ein "Slow Down School Zone"-Schild, Strommasten mit Drähten, Bäume, Laternenpfähle und ein bewölkter Himmel.

Fahrlehrer warnen: Billiger Führerschein könnte Verkehrssicherheit gefährden

Diskussionen um Reformen des Führerscheinausbildungssystems in Deutschland

Kritiker warnen, dass Kostensenkungen die Verkehrssicherheit gefährden könnten. Nun haben zwei erfahrene Fahrlehrer ihre Bedenken gegen die geplanten Änderungen geäußert.

Die Bundesregierung will den Führerschein erschwinglicher machen – unter anderem durch neue Ausbildungsmethoden. Dazu gehören begleitete Übungsfahrten mit Familienmitgliedern sowie der Einsatz von Fahrsimulatoren. Doch nicht alle Fahrlehrer stehen hinter den Plänen.

Martina Meier von der Fahrschule kmh betont, dass Einsparungen auf Kosten der Sicherheit gehen könnten. Ihrer Meinung nach benötigen Fahranfänger etwa 30 Stunden professionellen Unterricht, um sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Hildegard Schulz von der Fahrschule Kögl pflichtet ihr bei und warnt, dass unregelmäßige Ausbildung sowohl Zeit als auch Kosten in die Höhe treiben kann.

Schulz befürwortet zwar einige Reformen, etwa die Vereinfachung der Fragebögen für die Theorieprüfung. Die Idee von Übungsfahrten unter Aufsicht von Angehörigen lehnt sie jedoch ab – aus Sorge um die Sicherheit. Beide Fahrlehrer kritisieren zudem Simulatoren als teuer und weniger wirksam als praktische Fahrerfahrung.

Der günstigste Weg zum Führerschein bleibe eine disziplinierte und kontinuierliche Ausbildung, so die Experten. Fahranfänger, die nach diesem Prinzip lernen, zahlen im Schnitt rund 3.500 Euro.

Obwohl Simulatoren und Virtual Reality als moderne Lösungen beworben werden, bleibt unklar, wie verbreitet ihr Einsatz tatsächlich ist. Von den 9.414 Fahrschulen in Deutschland ist nicht bekannt, wie viele bereits Simulatorstunden anbieten.

Ziel der geplanten Änderungen ist es, die Kosten für den Führerschein zu senken. Doch die Fahrlehrer bestehen darauf, dass die Sicherheit nicht vernachlässigt werden darf. Ohne ausreichende Praxisstunden, so ihre Argumentation, könnten Fahranfänger auf den Straßen einem höheren Risiko ausgesetzt sein.

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AKTUALISIERUNG

Neue Details zu den vorgeschlagenen Führerschein-Reformen lösen Debatte aus

Die deutsche Regierung hat konkrete Änderungen an den Führerschein-Bestimmungen bekannt gegeben, was die Bedenken bezüglich der Sicherheit verschärft. Die wichtigsten Anpassungen sind:

  • 30% weniger theoretische Fragen, von 1.200 auf 840 reduziert
  • Verkürzte praktische Prüfungen: Mindestfahrzeit von 25 Minuten (insgesamt 40 Minuten)
  • Reduzierung der Sonderfahrten: Nur noch 3 verpflichtende spezielle Fahrübungen (von 12) Diese Änderungen wurden am 11. Februar 2026 vom BMV bekannt gegeben und passen zu den laufenden Diskussionen über Einsparmaßnahmen. Kritiker warnen, dass solche Reduzierungen das Fahrer-Vorbereitungspotential gefährden könnten.