02 April 2026, 12:41

Fürths Haushalt 2026: 30,3 Millionen Euro Defizit trotz Rekordinvestitionen

Schwarz-weiß-Karte einer Stadt mit einem Fluss, beschriftet mit "Vorgeschlagenes Nahverkehrsprojekt" auf der linken Seite, die Straßen, Autobahnen und Stadtmerkmale zeigt.

Fürths Haushalt 2026: 30,3 Millionen Euro Defizit trotz Rekordinvestitionen

Fürth hat den Entwurf für seinen Haushalt 2026 vorgestellt – und dieser offenbart eine wachsende finanzielle Belastung. Die Stadt plant, 82,3 Millionen Euro in Investitionen zu stecken, 25 Millionen mehr als im Vorjahr, steht jedoch gleichzeitig vor einer Finanzierungslücke von 30,3 Millionen Euro.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Situation spiegelt die allgemeinen Herausforderungen in Bayern wider, wo Kommunen wie Oberasbach seit Jahren mit knappen Haushalten kämpfen.

Der Investitionsschub konzentriert sich auf zentrale Bereiche: Schulen erhalten 34,3 Millionen Euro, Kindertagesstätten und Jugendeinrichtungen 14,2 Millionen. Weitere 6,5 Millionen fließen in die neue Stadtbibliothek Süd, zusätzlich zu Mitteln für die Sanierung der Zirndorfer Brücke.

Doch die steigenden Kosten übersteigen die stabilen Steuereinnahmen. Allein die Personalausgaben klettern 2026 um 3,2 Prozent auf 160 Millionen Euro. Auch die Eigenbeteiligung der Stadt an Investitionen muss steigen – von 58,9 Millionen Euro im Jahr 2026 auf voraussichtlich 85,8 Millionen bis 2029.

Ein strukturelles Problem bleibt bestehen: Der Verwaltungshaushalt deckt die Pflichtzuführungen zu den Rücklagen nicht ab, was eine Lücke von 8,8 Millionen Euro hinterlässt. Um das Defizit zu schließen, könnte Fürth auf seine Rücklagen in Höhe von 157,6 Millionen Euro zurückgreifen – doch ein Großteil davon ist bereits für künftige Verpflichtungen vorgesehen.

Das Muster ist in ganz Bayern bekannt. Oberasbach, eine Stadt ähnlicher Größe, hat jahrelang seine Finanzen umstrukturiert, um dringende Projekte zu finanzieren. Nun steht Fürth vor derselben Aufgabe: klare Prioritäten setzen und Investitionen strategisch steuern, um tiefere Haushaltsprobleme zu vermeiden.

Der Haushaltsentwurf 2026 zeigt sowohl Ehrgeiz als auch Zwänge. Die Stadt will Schulen, Straßen und öffentliche Einrichtungen modernisieren, doch das 30,3-Millionen-Defizit wirft seine Schatten voraus. Ohne Umstrukturierung oder zusätzliche Einnahmen werden die ohnehin schon stark beanspruchten Rücklagen weiter belastet.

Der Plan deutet zudem auf einen übergeordneten Trend hin: Bayerische Kommunen müssen Wachstum mit Haushaltsdisziplin in Einklang bringen – andernfalls drohen in den kommenden Jahren noch größere finanzielle Engpässe.

Quelle